Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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Verſtandes zu gut haͤlt; wenn es zugleich dieſe einzelnen Fertigkeiten zu einer eben ſo großen Intenſität will getrieben wiſſen, als es dem Subject an Ertenſität erläßt darf es uns da wundern, daß die uͤbrigen Anlagen des Gemuths vernachlaͤſſigt werden, um der einzigen, welche ehrt und lohnt, alle Pflege zuzuwenden? Zwar wiſſen wir, daß das kraftvolle Genie die Gränzen ſeines Geſchaäͤfts nicht zu Gränzen ſeiner Thätigkeit macht; aber das mittelmäßige Talent verzehrt in dem Geſchäfte, das ihm zum Antheil fiel, die ganze karge Summe ſeiner Kraft, und es muß ſchon kein gemeiner Kopf ſeyn, um, unbeſchadet ſeines Berufs, für Liebhabereien etwas übrig zu behalten. Noch dazu iſt es ſelten eine gute Em⸗ pfehlung bei dem Staat, wenn die Kraͤfte die Aufträge über⸗ ſteigen, oder wenn das höhere Geiſtesbedüͤrfniß des Mannes von Genie ſeinem Amt einen Nebenbuhler gibt. So eifer⸗ ſüchtig iſt der Staat auf den Alleinbeſitz ſeiner Diener, daß er ſich leichter dazu entſchließen wird(und wer kann ihm Unrecht geben?), ſeinen Mann mit einer Venus Cytherea als mit einer Venus Urania zu theilen.

Und ſo wird denn allmaͤhlich das einzelne concrete Leben vertilgt, damit das Abſtract des Ganzen ſein durftiges Da⸗ ſeyn friſte, und ewig bleibt der Staat ſeinen Buͤrgern fremd, weil ihn das Gefuhl nirgends findet. Genöͤthigt, ſich die Mannigfaltigkeit ſeiner Bürger durch Klaſſificirung zu erleich⸗ tern und die Menſchheit nie anders als durc⸗ Repräſentation aus der zweiten Hand zu empfangen, verliert der regicreede Theil ſie zuletzt ganz und gar aus den Augen, indem er ſie mit einem bloßen Machwerk des Verſtandes vermengt; und der Regierte kann nicht anders als mit Kaltſinn die Geſetze empfangen, die an ihn ſelbſt ſo wenig gerichtet ſind. Endlich überdruͤſſig, ein Band zu unterhalten, das ihr von dem