Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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herab. Jene Polypennatur der griechiſchen Staaten, wo jedes Individuum eines unabhängigen Lebens genoß und, wenn es Noth that, zum Ganzen werden konnte, machte jetzt einem kunſtreichen Uhrwerke Platz, wo aus der Zuſammenſtückelung unendlich vieler, aber lebloſer Theile ein mechaniſches Leben im Ganzen ſich bildet. Auseinandergeriſſen wurden jetzt der Staat und die Kirche, die Geſetze und die Sitten; der Ge⸗ nuß wurde von der Arbeit, das Mittel vom Zweck, die An⸗ ſtrengung von der Belohnung geſchieden. Ewig nur an ein einzelnes kleines Bruchſtück des Ganzen gefeſſelt, bildet ſich der Menſch ſelbſt nur als Bruchſtück aus; ewig nur das ein⸗ tönige Geräuſch des Rades, das es umtreibt, im Ohre, ent⸗ wickelt er nie die Harmonie ſeines Weſens, und, anſtatt die Menſchheit in ſeiner Natur auszuprägen, wird er bloß zu einem Abdruck ſeines Geſchäfts, ſeiner Wiſſenſchaft. Aber ſelbſt der karge, fragmentariſche Antheil, der die einzelnen Glieder noch an das Ganze knuͤpft, häͤngt nicht von Formen ab, die ſie ſich ſelbſtthätig geben(denn wie duͤrfte man ihrer Freiheit ein ſo küͤnſtliches und lichtſcheues Uhrwerk vertrauen?), ſondern wird ihnen mit ſcrupulöſer Strenge durch ein For⸗ mular vorgeſchrieben, in welchem man ihre freie Einſicht ge⸗ bunden hält. Der todte Buchſtabe vertritt den lebendigen Verſtand, und ein geubtes Gedachtniß leitet ſicherer als Genie und Empfindung.

Wenn das gemeine Weſen das Amt zum Maßſtab des Mannes macht; wenn es an dem einen ſeiner Bürger nur die Memorie, an einem andern den tabellariſchen Verſtand, an einem dritten nur die mechaniſche Fertigkeit ehrt; wenn es hier, gleichgültig gegen den Charakter, nur auf Kennt⸗ niſſe dringt, dort hingegen einem Geiſte der Ordnung und einem geſetzlichen Verhalten die größte Verfinſterung des