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die verzeihliche erſte Stimme, um ihr, in unſerer materia⸗ liſtiſchen Sittenlehre, die entſcheidende letzte einzuraͤumen. Mitten im Schoße der raffinirteſten Geſelligkeit hat der Egoism ſein Syſtem gegründet, und, ohne ein geſelliges Herz mit heraus zu bringen, erfahren wir alle Anſteckungen und alle Drangſale der Geſellſchaft. Unſer freies Urtheil un⸗ terwerfen wir ihrer deſpotiſchen Meinung, unſer Gefühl ihren bizarren Gebrauchen, unſern Willen ihren Verführungen; nur unſere Willkür behaupten wir gegen ihre heiligen Rechte. Stolze Selbſtgenügſamkeit zieht das Herz des Weltmanns zuſammen, das in dem rohen Naturmenſchen noch oft ſym⸗ pathetiſch ſchlägt, und wie aus einer brennenden Stadt ſucht Jeder nur ſein elendes Eigenthum aus der Verwüſtung zu fluchten. Nur in einer völligen Abſchwörung der Empfind⸗ ſamkeit glaubt man gegen ihre Verirrungen Schutz zu finden, und der Spott, der den Schwärmer oft heilſam züchtigt, läſtert mit gleich wenig Schonung das edelſte Gefühl. Die Cultur, weit entfernt, uns in Freiheit zu ſetzen, entwickelt mit jeder Kraft, die ſie in uns ausbildet, nur ein neues Bedürfniß; die Bande des Phyſiſchen ſchnüren ſich immer beaͤngſtigender zu, ſo daß die Furcht, zu verlieren, ſelbſt den feurigen Trieb nach Verbeſſerung erſtickt, und die Marime des leidenden Gehorſams fuͤr die höchſte Weisheit des Lebens gilt. So ſieht man den Geiſt der Zeit zwiſchen Verkehrtheit und Rohheit, zwiſchen Unnatur und bloßer Natur, zwiſchen Superſtition und moraliſchem Unglauben ſchwanken, und es iſt bloß das Gleichgewicht des Schlimmen, was ihm zuweilen noch Gräͤnzen ſetzt.


