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wuüͤrdig ſeyn ſoll, den Staat der Noth mit dem Staat der Freiheit zu vertauſchen.
Fünfter Brief.
Iſt es dieſer Charakter, den uns das jetzige Zeitalter, den die gegenwaͤrtigen Ereigniſſe zeigen? Ich richte meine Aufmerkſamkeit ſogleich auf den hervorſtechendſten Gegenſtand in dieſem weitlaufigen Gemälde.
Wahr iſt es, das Anſehen der Meinung iſt gefallen, die Willkür iſt entlarvt, und, obgleich noch mit Macht bewaffnet, erſchleicht ſie doch keine Wurde mehr; der Menſch iſt aus ſeiner langen Indolenz und Selbſttäuſchung aufgewacht, und mit nachdrücklicher Stimmenmehrheit fordert er die Wieder⸗ herſtellung in ſeine unverlierbaren Rechte. Aber er fordert ſie nicht bloß; jenſeits und diesſeits ſteht er auf, ſich gewalt⸗ ſam zu nehmen, was ihm nach ſeiner Meinung mit Unrecht verweigert wird. Das Gebäude des Naturſtaates wankt, ſeine mürben Fundamente weichen, und eine phyſiſche Mög⸗ lichkeit ſcheint gegeben, das Geſetz auf den Thron zu ſtellen, den Menſchen endlich als Selbſtzweck zu ehren und wahre Freiheit zur Grundlage der politiſchen Verbindung zu machen. Vergebliche Hoffnung! Die moraliſche Möglichkeit fehlt, und der freigebige Augenblick findet ein unempfängliches Geſchlecht. 3
In ſeinen Thaten malt ſich der Menſch, und welche Geſtalt iſt es, die ſich in dem Drama der jetzigen Zeit ab⸗ bildet! Hier Verwilderung, dort Erſchlaffung: die zwei Aeußerſten des menſchlichen Verfalls, und beide in einem Zeitraum vereinigt.


