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auch nur in dem Grade ehren koͤnnen, als ſie zur objec⸗ tiven veredelt iſt. Iſt der innere Menſch mit ſich einig, ſo wird er auch bei der hoͤchſten Univerſalirung ſeines Betragens ſeine Eigenthümlichkeit retten, und der Staat wird bloß der Ausleger ſeines ſchönen Inſtinkts, die deutlichere Formel ſeiner innern Geſetzgebung ſeyn. Setzt ſich hingegen in dem Charakter eines Volks der ſubjective Menſch dem objectiven noch ſo contradictoriſch entgegen, daß nur die Unterdrückung des Erſtern dem Letztern den Sieg verſchaffen kann, ſo wird auch der Staat gegen den Bürger den ſtrengen Ernſt des Geſetzes annehmen und, um nicht ihr Opfer zu ſeyn, eine ſo feindſelige Individualität ohne Achtung darnieder treten müſſen.
Der Menſch kann ſich aber auf eine doppelte Weiſe ent⸗ gegengeſetzt ſeyn: entweder als Wilder, wenn ſeine Gefühle uber ſeine Grundſaͤtze herrſchen; oder als Barbar, wenn ſeine Grundſaͤtze ſeine Gefüͤhle zerſtören. Der Wilde verachtet die Kunſt und erkennt die Natur als ſeinen unumſchraͤnkten Ge⸗ bieter; der Barbar verſpottet und entehrt die Natur, aber, verächtlicher als der Wilde, faͤhrt er haͤufig genug fort, der Sklave ſeines Sklaven zu ſeyn. Der gebildete Menſch macht oie Natur zu feinem Freund und ehrt die Freiheit, indem er bloß ihre Willkür zügelt.
Wenn alſo die Vernunft in die phyſiſche Geſellſchaft ihre moraliſche Einheit bringt, ſo darf ſie die Mannigfaltigkeit der Natur nicht verletzen. Wenn die Natur in dem mora⸗ liſchen Bau der Geſellſchaft ihre Mannigfaltigkeit zu behaupten ſtrebt, ſo darf der moraliſchen Einheit dadurch kein Abbruch geſchehen; gleich weit von Einförmigkeit und Verwirrung ruht die ſtegende Form. Totalitat des Charakters muß alſo bei dem Volke gefunden werden, welches fahig und


