Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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Wenn der mechaniſche Kunſtler ſeine Hand an die geſtalt⸗ loſe Maſſe legt, um ihr die Form ſeiner Zwecke zu geben, ſo traͤgt er kein Bedenken, ihr Gewalt anzuthun: denn die Natur, die er bearbeitet, verdient für ſich ſelbſt keine Achtung, und es liegt ihm nicht an dem Ganzen um der Theile willen, ſondern an den Theilen um des Ganzen willen. Wenn der ſchoͤne Kuͤnſtler ſeine Hand an die nämliche Maſſe legt, ſo trägt er eben ſo wenig Bedenken, ihr Gewalt anzuthun, nur vermeidet er, ſie zu zeigen. Den Stoff, den er bearbeitet, reſpectirt er nicht im Geringſten mehr, als der mechaniſche Kuͤnſtler; aber das Auge, welches die Freiheit dieſes Stoffes in Schutz nimmt, wird er durch eine ſcheinbare Nachgiebig⸗ keit gegen denſelben zu taͤuſchen ſuchen. Ganz anders verhält es ſich mit dem padagogiſchen und politiſchen Künſtler, der den Menſchen zugleich zu ſeinem Material und zu ſeiner Auf⸗ gabe macht. Hier kehrt der Zweck in den Stoff zuruͤck, und nur, weil das Ganze den Theilen dient, dürfen ſich die Theile dem Ganzen fügen. Mit einer ganz andern Achtung, als diejenige iſt, die der ſchöne Kunſtler gegen ſeine Materie vorgibt, muß der Staatskünſtler ſich der ſeinigen nahen, und nicht bloß ſubjectiv und fuͤr einen taäuſchenden Effect in den Sinnen, ſondern objectiv und für das innere Weſen muß er ihrer Eigenthümlichkeit und Perſönlichkeit ſchonen.

Aber eben deßwegen, weil der Staat eine Organiſation ſeyn ſoll, die ſich durch ſich ſelbſt und für ſich ſelbſt bildet, ſo kann er auch nur inſofern wirklich werden, als ſich die Theile zur Idee des Ganzen hinaufgeſtimmt haben. Weil der Staat der reinen und objectiven Menſchheit in der Bruſt ſeiner Bürger zum Repraͤſentanten dient, ſo wird er gegen ſeine Bürger dasſelbe Verhaltniß zu beobachten haben, in welchem ſie zu ſich ſelber ſtehen, und ihre ſubjective Menſchheit