nißmaͤßig ſtaͤrkern Eindruck machen, als er jenen an Groͤße ubertrifft.
Alle ſinnlichen Groͤßen ſind entweder im Raum(ausge⸗ dehnte Groͤßen) oder in der Zeit(Zahlgroͤßen). Ob nun gleich jede ausgedehnte Groͤße zugleich eine Zahlgroͤße iſt(weil wir auch das im Raum Gegebene in der Zeit auffaſſen muͤſſen), ſo iſt dennoch die Zahlgroͤße ſelbſt nur inſofern, als ich ſie in eine Raumgroͤße verwandle, erhaben. Die Entfernung der Erde vom Sirius iſt zwar ein ungeheures Quantum in der Zeit, und, wenn ich ſie in Allheit begreifen will, fuͤr meine Phan⸗ taſie uͤberſchwenglich; aber ich laſſe mich auch nimmermehr dar⸗ auf ein, dieſe Zeitgroͤße anzuſchauen, ſondern helfe mir durch Zahlen, und nur alsdann, wenn ich mich erinnere, daß die hoͤchſte Raumgroͤße, die ich in Einheit zuſammenfaſſen kann, z. B. ein Gebirge, dennoch ein viel zu kleines und ganz un⸗ brauchhares Maß fuͤr dieſe Entfernung iſt, erhalte ich den erhabenen Eindruck. Das Maß fuͤr dieſelbe nehme ich alſo doch von ausgedehnten Groͤßen, und auf das Maß kommt es ja eben an, ob ein Object uns groß erſcheinen ſoll.
Das Große im Raum zeigt ſich entweder in Laͤngen oder in Hoͤhen(wozu auch die Tiefen gehoͤren: denn die Tiefe iſt nur eine Hoͤhe unter uns, ſo wie die Hoͤhe eine Tiefe uͤber uns genannt werden kann. Daher die lateiniſchen Dichter auch keinen Anſtand nehmen, den Ausdruck profundus auch von Hoͤ⸗ hen zu gebrauchen:
ni faceret, maria ac terras coelumque profundum quippe ferant rapidi secum—).
Hoͤhen erſcheinen durchaus erhabener als gleich große Laͤn⸗ gen, wovon der Grund zum Theil darin liegt, daß ſich das


