Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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dynamiſch Erhabene mit dem Anblick der erſtern verbindet. Eine bloße Laͤnge, wie unabſehlich ſie auch ſey, hat gar nichts Furchtbares an ſich, wohl aber eine Hoͤhe, weil wir von dieſer herabſtuͤrzen können. Aus demſelben Grund iſt eine Tiefe noch erhabener als eine Hoͤhe, weil die Idee des Furchtbaren ſie un⸗ mittelbar begleitet. Soll eine große Hoͤhe ſchreckhaft fuͤr uns ſeyn, ſo muͤſſen wir uns erſt hinaufdenken, und ſie alſo in eine Tiefe verwandeln. Man kann dieſe Erfahrung leicht machen, wenn man einen mit Blau untermiſchten bewoͤlkten Himmel in einem Brunnen oder ſonſt in einem dunkeln Waſ⸗ ſer betrachtet, wo ſeine unendliche Tiefe einen ungleich ſchauer⸗ lichern Anblick als ſeine Hoͤhe gibt. Dasſelbe geſchieht in noch hoͤherm Grade, wenn man ihn ruͤcklings betrachtet, als wodurch er gleichfalls zu einer Tiefe wird, und, weil er das einzige Ob⸗ ject iſt, das in das Auge faͤllt, unſere Einbildungskraft zu Dar⸗ ſtellung ſeiner Totalitaͤt unwiderſtehlich noͤthigt. Hoͤhen und Tiefen wirken naͤmlich auch ſchon deßwegen ſtaͤrker auf uns, weil die Schaͤtzung ihrer Groͤße durch keine Vergleichung ge⸗ ſchwaͤcht wird. Eine Laͤnge hat an dem Horizont immer einen Maßſtab, unter welchem ſie verliert, denn ſo weit ſich eine Laͤnge erſtreckt, ſo weit erſtreckt ſich auch der Himmel. Zwar iſt auch das hoͤchſte Gebirge gegen die Hoͤhe des Himmels klein, aber das lehrt bloß der Verſtand, nicht das Auge, und es iſt nicht der Himmel, der durch ſeine Hoͤhe die Berge niedrig macht, ſondern die Berge ſind es, die durch ihre Groͤße die Hoͤhe des Himmels zeigen.

Es iſt daher nicht bloß eine vptiſch richtige, ſondern auch eine ſymboliſch wahre Vorſtellung, wenn es heißt, daß der Atlas den Himmel ſtuͤtze. So wie naͤmlich der Himmel ſelbſt auf dem Atlas zu ruhen ſcheint, ſo ruht unſere Vorſtellung