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Gegenſtaͤnde, welche den Blick insbeſondere auf ſich ziehen, denkt man ſich auf eine weite und ununterbrochene Ebene oder auf die offenbare See, ſo wird der Horizont ſelbſt zu einem Object, und zwar zu dem erhabenſten, was dem Auge je erſcheinen kann. Die Kreisfigur des Horizonts traͤgt zu dieſem Eindruck beſonders viel bei, weil ſie an ſich ſelbſt ſo leicht zu faſſen iſt, und die Einbildungskraft ſich um ſo weniger erwehren kann, die Vollendung derſelben zu verſuchen.
Der aͤſthetiſche Eindruck der Groͤße beruht aber darauf, daß die Einbildungskraft die Totalitaͤt der Darſtellung an dem ge⸗ gebenen Gegenſtande fruchtlos verſucht, und dieß kann nur dadurch geſchehen, daß das hoͤchſte Groͤßenmaß, welches ſie auf einmal deutlich faſſen kann, ſo vielmal zu ſich ſelbſt addirt, als der Verſtand deutlich zuſammen denken kann, fuͤr den Gegen⸗ ſtand zu klein iſt. Daraus aber ſcheint zu folgen, daß Gegen⸗ ſtaͤnde von gleicher Groͤße auch einen gleich erhabenen Eindruck machen muͤßten, und daß der minder große dieſen Eindruck weniger werde hervorbringen koͤnnen, wogegen doch die Erfah⸗ rung ſpricht. Denn nach dieſer erſcheint der Theil nicht ſelten erhabener als das Ganze, der Berg oder der Thurm erhabener als der Himmel, in den er hinaufragt, der Fels erhabener als das Meer, deſſen Wellen ihn umſpuͤlen. Man muß ſich aber hier der vorhin erwaͤhnten Bedingung erinnern, vermoͤge welcher der aͤſthetiſche Eindruck nur dann erfolgt, wenn ſich die Ima⸗ gination auf Allheit des Gegenſtandes einlaͤßt. Unterlaͤßt ſie dieſes bei dem weit groͤßern Gegenſtand und beobachtet es hin⸗ gegen bei dem minder großen, ſo kann ſie von dem letztern aͤſthetiſch geruͤhrt, und doch gegen den erſten unempfindlich ſeyn. Denkt ſie ſich aber dieſen als eine Groͤße, ſo denkt ſie ihn zu⸗ gleich als Einheit, und dann muß er nothwendig einen verhaͤlt⸗


