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uns ruͤhren ſoll. Von der Einbildungskraft wird verlangt, daß ſie ihr ganzes Comprehenſionsvermoͤgen zu Darſtellung der Idee des Abſoluten aufbiete, worauf die Vernunft un⸗ nachlaͤßlich dringt. Iſt die Phantaſie unthaͤtig und traͤge, oder geht die Tendenz des Gemuͤthes mehr auf Begriffe als auf Anſchauungen, ſo bleibt auch der erhabenſte Gegenſtand bloß ein logiſches Object, und wird gar nicht vor das aͤſthe⸗ tiſche Forum gezogen. Dieß iſt der Grund, warum Menſchen von uͤberwiegender Staͤrke des analytiſchen Verſtandes fuͤr das Aeſthetiſch⸗Große ſelten viel Empfaͤnglichkeit zeigen. Ihre Einbildungskraft iſt entweder nicht lebhaft genug, ſich auf
Darſtellung des Abſoluten der Vernunft auch nur einzulaſſen,
oder ihr Verſtand zu geſchaͤftig, den Gegenſtand ſich zuzueig⸗ nen, und ihn aus dem Felde der Intuition in ſein discurſives Gebiet hinuͤber zu ſpielen.
Ohne eine gewiſſe Staͤrke der Phantaſie wird der große Ge⸗ genſtand gar nicht aͤſthetiſch; ohne eine gewiſſe Staͤrke der Ver⸗ nunft hingegen wird der aͤſthetiſche nicht erhaben. Die Idee des Abſoluten erfordert ſchon eine mehr als gewoͤhnliche Entwick⸗ lung des hoͤhern Vernunftvermoͤgens, einen gewiſſen Reichthum an Ideen, und eine genauere Bekanntſchaft des Menſchen mit ſeinem edelſten Selbſt. Weſſen Vernunft noch gar keine Aus⸗ bildung empfangen hat, der wird von dem Großen der Sinne
ie einen uͤberſinnlichen Gebrauch zu machen wiſſen. Die Ver⸗ nunft wird ſich in das Geſchaͤft gar nicht miſchen, und es wird der Einbildungskraft allein, oder dem Verſtand allein uͤber⸗ laſſen bleiben. Die Einbildungskraft fuͤr ſich ſelbſt iſt aber weit entfernt, ſich auf eine Zuſammenfaſſung einzulaſſen, die ihr pein⸗ lich wird. Sie begnuͤgt ſich alſo mit der bloßen Auffaſſung, und es faͤllt ihr gar nicht ein, ihren Darſtellungen Allheit ge⸗ ben zu wollen. Daher die ſtupide Unempfindlichkeit, mit der
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