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jenige Gegenſtand, der mich mir ſelbſt zu einer unendlichen Groͤße macht, heißt erhaben.
Das Erhabene der Groͤße iſt alſo keine objective Eigen⸗ ſchaft des Gegenſtandes, dem es beigelegt wird; es iſt bloß die Wirkung unſers eigenen Subjects auf Veranlaſſung jenes Gegenſtandes. Es entſpringt einestheils aus dem vorge⸗ ſtellten Unvermoͤgen der Einbildungskraft, die von der Ver⸗ nunft als Forderung aufgeſtellte Totalitaͤt in Darſtellung der Groͤße zu erreichen, anderntheils aus dem vorgeſtellten Vermoͤgen der Vernunft, eine ſolche Forderung aufſtellen zu können. Auf das Erſte gruͤndet ſich die zuruͤckſtoßende, auf das Zweite die anziehende Kraft des Großen und des Sinnlich⸗Unendlichen.
Obgleich aber das Erhabene eine Erſcheinung iſt, welche erſt in unſerm Subject erzeugt wird, ſo muß doch in den Objecten ſelbſt der Grund enthalten ſeyn, warum gerade nur dieſe und keine andern Objecre uns zu dieſem Gebrauch Anlaß geben. Und weil wir ferner bei unſerm Urtheil das Praͤdicat des Er⸗ habenen in den Gegenſtand legen(wodurch wir andeuten, daß wir dieſe Verbindung nicht bloß willkuͤrlich vornehmen, ſondern dadurch ein Geſetz fuͤr Jedermann aufzuſtellen meinen), ſo muß in unſerm Subject ein nothwendiger Grund enthalten ſeyn, warum wir von einer gewiſſen Claſſe von Gegenſtaͤnden gerade dieſen und keinen andern Gebrauch machen.
Es gibt demnach innere und gibt aͤußere nothwendige Bedingungen des Mathematiſch⸗Erhabenen. Zu jenen gehoͤrt ein gewiſſes beſtimmtes Verhaͤltniß zwiſchen Vernunft und Ein⸗ bildungskraft, zu dieſen ein beſtimmtes Verhaͤltniß des ange⸗ ſchauten Gegenſtandes zu unſerm aͤſthetiſchen Groͤßenmaß.
Sowohl die Einbildungskraft als die Vernunft muͤſſen ſich mit einem gewiſſen Grad von Staͤrke aͤußern, wenn das Große


