Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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gemein eintreffen. So verhaͤlt es ſich wirklich mit den objec⸗ tiven Maßen, die im allgemeinen Gebrauche ſind, ob ſie gleich alle einen ſubjectiven Urſprung haben, und von dem menſch⸗ lichen Koͤrper hergenommen ſind.

Alle vergleichende Groͤßenſchaͤtzung aber, ſie mag nun idea⸗ liſch oder koͤrperlich, ſie mag ganz oder nur zum Theil beſtimmend ſeyn, fuͤhrt nur zur relativen und niemals zur abſoluten Groͤße; denn wenn ein Gegenſtand auch wirklich das Maß uͤberſteigt, welches wir als ein hoͤchſtes und aͤußerſtes annehmen, ſo kann ja immer noch gefragt werden, um wie vielmal er es uͤber⸗ ſteige. Es iſt zwar ein Großes gegen ſeine Gattung, aber noch nicht das Groͤßtmoͤgliche, und wenn die Schranke einmal uͤber⸗ ſchritten iſt, ſo kann ſie ins Unendliche fort uͤberſchritten werden. Nun ſuchen wir aber die abſolute Groͤße, weil dieſe allein den Grund eines Vorzugs in ſich enthalten kann, da alle comparativen Groͤßen, als ſolche betrachtet, einander gleich ſind. Weil nichts den Verſtand noͤthigen kann, in ſeinem Ge⸗ ſchaͤfte ſtill zu ſtehen, ſo muß es die Einbildungskraft ſeyn, welche demſelben eine Graͤnze ſetzt. Mit andern Worten: die Groͤßenſchaͤtzung muß aufhoͤren logiſch zu ſeyn, ſie muß aͤſthetiſch verrichtet werden.

Wenn ich eine Groͤße logiſch ſchaͤtze, ſo beziehe ich ſie immer auf mein Erkenntnißvermoͤgen; wenn ich ſie aͤſthetiſch ſchaͤtze, ſo beziehe ich ſie auf mein Empfindungsvermoͤgen. Dort erfahre ich etwas von dem Gegenſtand, hier hingegen erfahre ich bloß an mir ſelbſt etwas, auf Veranlaſſung der vorgeſtellten Groͤße des Gegenſtandes. Dort erblicke ich etwas außer mir, hier etwas in mir. Ich meſſe alſo auch eigentlich nicht mehr, ich ſchaͤtze keine Groͤße mehr, ſondern ich ſelbſt werde mir augen⸗ blicklich zu einer Groͤße, und zwar zu einer unendlichen. Der⸗