Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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losſprengen ſehen, ſo geſellt ſich zu dieſem Erſtaunen Achtung, und es geht in Bewunderung uͤber. In dem letztern Fall be⸗ handeln wir ſeine Handlung als eine dynamiſche Groͤße, und wenden unſern Begriff von menſchlicher Tapferkeit als Maßſtab darauf an, wo es nun darauf ankommt, wie wir uns ſelbſt fuͤhlen, und was wir als aͤußerſte Graͤnze der Herz⸗ haftigkeit betrachten.

Ganz anders hingegen verhaͤlt es ſich, wenn der Groͤßen⸗ begriff des Zwecks uͤberſchritten wird. Hier legen wir keinen empiriſchen und zufaͤlligen, ſondern einen rationalen und alſo nothwendigen Maßſtab zum Grunde, der nicht uͤberſchritten werden kann, ohne den Zweck des Gegenſtandes zu vernichten. Die Groͤße eines Wohnhauſes iſt einzig durch ſeinen Zweck beſtimmt; die Groͤße eines Thurmes kann bloß durch die Schranken der Architektur beſtimmt ſeyn. Finde ich daher das Wohnhaus fuͤr ſeinen Zweck zu groß, ſo muß es mir noth⸗ wendig mißfallen. Finde ich hingegen den Thurm meine Idee von Thurmhoͤhen uͤberſteigend, ſo wird er mich nur deſto mehr ergoͤtzen. Warum? Jenes iſt ein Widerſpruch, dieſes nur eine unerwartete Uebereinſtimmung mit dem, was ich ſuche. Ich kann es mir ſehr wohl gefallen laſſen, daß eine Schranke er⸗ weitert, aber nicht, daß eine Abſicht verfehlt wird.

Wenn ich nun von einem Gegenſtande ſchlechtweg ſage, er ſey groß, ohne hinzuzuſetzen, wie groß er ſey, ſo erklaͤre ich ihn dadurch gar nicht fuͤr etwas abſolut Großes, dem kein Maßſtab gewachſen iſt; ich verſchweige bloß das Maß, dem ich ihn unterwerfe, in der Vorausſetzung, daß es in ſeinem bloßen Begriff ſchon enthalten ſey. Ich beſtimme ſeine Groͤße zwar nicht ganz, nicht gegen alle denkbaren Dinge, aber doch zum Theil, und gegen eine gewiſſe Claſſe von Dingen, alſo doch