Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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enthalten ſeyn kann, ſondern alle andern Groͤßen unter ſich befaßt. Nichts wuͤrde uns ja hindern, daß dieſelbe Verſtandes⸗ handlung, die uns eine ſolche Groͤße lieferte, uns auch das Duplum derſelben lieferte, weil der Verſtand ſucceſſiv ver⸗ faͤhrt, und, von Zahlbegriffen geleitet, ſeine Syntheſe ins Un⸗ endliche fortſetzen kann. So lange ſich noch beſtimmen laͤßt, wie groß ein Gegenſtand ſey, iſt er noch nicht(ſchlechthin) groß, und kann durch dieſelbe Operation der Vergleichung zu einem ſehr kleinen herabgewuͤrdigt werden. Dieſem nach koͤnnte es in der Natur nur eine einzige Groͤße per excellentiam geben, naͤmlich das unendliche Ganze der Natur ſelbſt, dem aber nie eine Anſchauung entſprechen, und deſſen Syntheſis in keiner Zeit vollendet werden kann. Da ſich das Reich der Zahl nie erſchopfen laͤßt, ſo muͤßte es der Verſtand ſeyn, der ſeine Sontheſis endigt. Er ſelbſt muͤßte irgend eine Einheit als hoͤchſtes und aͤußerſtes Maß aufſtellen, und was daruͤber hin⸗ ausragt, ſchlechthin fuͤr groß erklaͤren.

Dieß geſchieht auch wirklich, wenn ich von dem Thurm, der vor mir ſteht, ſage, er ſey hoch, ohne ſeine Hoͤhe zu beſtimmen. Ich gebe hier kein Maß der Vergleichung, und doch kann ich dem Thurm die abſolute Groͤße nicht zuſchreiben, da mich gar nichts hindert, ihn noch groͤßer anzunehmen. Mir muß alſo ſchon durch den bloßen Anblick des Thurmes ein aͤußerſtes Maß gegeben ſeyn, und ich muß mir einbilden koͤnnen, durch meinen Ausdruck: dieſer Thurm iſt hoch, auch jedem andern dieſes aͤußerſte Maß vorgeſchrieben zu haben. Dieſes Maß liegt alſo ſchon in dem Begriffe eines Thurmes, und es iſt kein anderes als der Begriff ſeiner Gattu ngsgroͤße.

Jedem Ding iſt ein gewiſſes Maximum der Groͤße entweder durch ſeine Gattung(wenn es ein Werk der Natur iſt), oder (wenn es ein Werk der Freiheit iſt) durch die Schranken