Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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aneinander ſetzen. Dieſes Mannichfaltige zu unterſcheiden und zu ſortiren, iſt das Geſchaͤft des Verſtandes, nicht der Ein⸗ bildungskraft. Fuͤr den Verſtand allein gibt es ein Ver⸗ ſchiedenes, fuͤr die Einbildungskraft(als Sinn) bloß ein Gleichartiges, und es iſt alſo bloß die Menge des Gleich⸗ artigen(die Quantitaͤt, nicht die Qualitaͤt), was bei der ſinn⸗ lichen Auffaſſung der Erſcheinungen einen Unterſchied machen kann. Soll alſo das ſinnliche Vorſtellungsvermoͤgen an einem Gegenſtand erliegen, ſo muß dieſer Gegenſtand durch ſeine Quantitaͤt fuͤr die Einbildungskraft uͤberſteigend ſeyn. Das Erhabene der Erkenntniß beruht demnach auf der Zahl oder der Groͤße, und kann darum auch das mathematiſche heißen.*)

Von der äſthetiſchen Größenſchätzung.

Ich kann mir von der Quantitaͤt eines Gegenſtandes vier, von einander ganz verſchiedene, Vorſtellungen machen.

Der Thurm, den ich vor mir ſehe, iſt eine Groͤße.

Er iſt zweihundert Ellen hoch.

Er iſt hoch.

Er iſt ein hoher(erhabener) Gegenſtand.

Es leuchtet in die Augen, daß durch jedes dieſer viererlei urtheile, welche ſich doch ſaͤmmtlich auf die Quantitaͤt des Thurms beziehen, etwas ganz Verſchiedenes ausgeſagt wird. In den beiden erſten Urtheilen wird der Thurm bloß als ein Quantum(als eine Groͤße), in den zwei uͤbrigen wird er als ein Magnum(als etwas Großes) betrachtet.

Alles, was Theile hat, iſt ein Quantum. Jede Anſchauung, jeder Verſtandesbegriff hat eine Groͤße, ſo gewiß dieſer eine

*) Siehe Kants Kritik der aͤſthetiſchen Urtheilskraft.