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Beraubung aller Vorſtellungen, die das Licht verſchafft, nie ge⸗ fallen, und die ploͤtzliche Lufterſchuͤtterung durch den Donner, ſo wie die ploͤtzliche Lufterleuchtung durch den Blitz, wider⸗ ſprechen einer nothwendigen Bedingung aller Schoͤnheit, die nichts Abruptes, nichts Gewaltſames vertraͤgt. Ferner iſt dieſe Naturerſcheinung den bloßen Sinnen eher ſchmerzhaft als an⸗ nehmlich, weil die Nerven des Geſichts und des Gehoͤrs durch die plötzliche Abwechslung von Dunkelheit und Licht, von dem Knallen des Donners zur Stille peinlich angeſpannt und dann eben ſo gewaltſam wieder erſchlafft werden. Und trotz allen dieſen Urſachen des Mißfallens iſt ein Gewitter fuͤr den, der es nicht fuͤrchtet, eine anziehende Erſcheinung.
Ferner. Mitten in einer gruͤnen und lachenden Ebene ſoll ein unbewachſener wilder Huͤgel hervorragen, der dem Auge einen Theil der Ausſicht entzieht. Jeder wird dieſen Erdhaufen hinweg wuͤnſchen, als etwas, das die Schoͤnheit der ganzen Landſchaft verunſtaltet. Nun laſſe man in Gedanken dieſen Huͤgel immer hoͤher und hoͤher werden, ohne das Geringſte in ſeiner uͤbrigen Form zu veraͤndern, ſo daß dasſelbe Verhaͤltniß zwiſchen ſeiner Breite und Hoͤhe auch noch im Großen beibe⸗ halten wird. Anfangs wird das Mißvergnugen uber ihn zu⸗ nehmen, weil ihn ſeine zunehmende Groͤße nur bemerkbarer, nur ſtörender macht. Man fahre aber fort, ihn bis uͤber die dop⸗ pelte Hoͤhe eines Thurmes zu vergroͤßern, ſo wird das Miß⸗ vergnuͤgen uͤber ihn ſich unmerklich verlieren und einem ganz andern Gefuͤhle Platz machen. Iſt er endlich ſo hoch hinauf⸗ geſtiegen, daß es dem Auge beinahe unmoglich wird, ihn in ein einziges Bild zuſammen zu faſſen, ſo iſt er uns mehr werth, als die ganze ſchoͤne Ebene um ihn her, und wir wuͤrden den Eindruck, den er auf uns macht, ungern mit einem andern noch ſo ſchoͤnen vertauſchen. Nun gebe man in Gedanken die⸗


