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Auch dazu iſt nun eine Reihe abwechſelnder Vorſtellungen, alſo eine zweckmaͤßige Verknuͤpfung mehrerer, dieſen Vorſtellun⸗ gen entſprechender Handlungen nothwendig, an denen ſich die Haupthandlung, und durch ſie der abgezielte tragiſche Eindruck vollſtaͤndig, wie ein Knaͤuel von der Spindel, abwindet, und das Gemuth zuletzt wie mit einem unzerreißbaren Netze um⸗ ſtrickt. Der Kuͤnſtler, wenn mir dieſes Bild hier verſtattet iſt, ſammelt erſt wirthſchaftlich alle einzelnen Strahlen des Gegen⸗ ſtandes, den er zum Werkzeug ſeines tragiſchen Zweckes macht, und ſie werden unter ſeinen Haͤnden zum Blitz, der alle Her⸗ zen entzuͤndet. Wenn der Anfaͤnger den ganzen Donnerſtrahl des Schreckens und der Furcht auf einmal und fruchtlos in die Gemuͤther ſchleudert, ſo gelangt jener Schritt vor Schritt durch lauter kleine Schläge zum Ziel und durchdringt eben dadurch die Seele ganz, daß er ſie nur allmäͤhlich und gradweiſe
ruͤhrte.
Wenn wir nunmehr die Reſultate aus den bisherigen Unter⸗ ſuchungen ziehen, ſo ſind es folgende Bedingungen, welche der tragiſchen Nuͤhrung zum Grunde liegen. Erſtlich muß der Ge⸗ genſtand unſers Mitleids zu unſrer Gattung im ganzen Sinn dieſes Worts gehören, und die Handlung, an der wir Theil nehmen ſollen, eine moraliſche, d. i. unter dem Gebiet der Freiheit begriffen ſeyn. Zweitens muß uns das Leiden, ſeine Quellen und ſeine Grade, in einer Folge verknuͤpfter Begeben⸗ heiten vollſtaͤndig mitgetheilt und zwar drittens ſinnlich ver⸗ gegenwaͤrtigt, nicht mittelbar durch Beſchreibung, ſondern un⸗ mittelbar durch Handlung dargeſtellt werden. Alle dieſe Be⸗ dingungen vereinigt und erfuͤllt die Kunſt in der Tragoͤdie.
Die Tragödie waͤre demnach dichteriſche Nachahmung einer zuſammenhaͤngenden Reihe von Begebenheiten(einer vollſtaͤndi⸗


