Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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wir, im Gegenſatz mit jenen, objective Wahrheit ein, weil ſie mit der Natur aller Subjecte uͤbereinſtimmen, und dadurch eine eben ſo ſtrenge Allgemeinheit und Nothwendigkeit erhalten, als wenn ſie von jeder ſubjectiven Bedingung unabhaͤngig waͤren.

Uebrigens iſt die ſubjectiv wahre Schilderung, weil ſie auf zufaͤllige Beſtimmungen geht, darum nicht mit willkuͤrlichen zu verwechſeln. Zuletzt fließt auch das ſubjectiv Wahre aus der allgemeinen Einrichtung des menſchlichen Gemuͤths, welche bloß durch beſondere Umſtaͤnde beſonders beſtimmt ward, und beide ſind nothwendige Bedingungen desſelben. Die Entſchließung des Cato koͤnnte, wenn ſie den allgemeinen Geſetzen der menſch⸗ lichen Natur widerſpraͤche, auch nicht mehr ſubjectiv wahr ſeyn. Nur haben Darſtellungen der letztern Art einen engern Wir⸗ kungskreis, weil ſie noch andere Beſtimmungen, als jene allge⸗ meinen, vorausſetzen. Die tragiſche Kunſt kann ſich ihrer mit großer intenſiver Wirkung bedienen, wenn ſie der ertenſiven entſagen will; doch wird das unbedingt Wahre, das bloß Menſch⸗

liche in menſchlichen Verhaͤltniſſen, ſtets ihr ergiebigſter Stoff

ſeyn, weil ſie bei dieſem allein, ohne darum auf die Staͤrke des Eindrucks Verzicht thun zu muͤſſen, der Allgemeinheit des⸗ ſelben verſichert iſt.

3) Zu der Lebhaftigkeit und Wahrheit tragiſcher Schilde⸗ rungen wird drittens noch Vollſtaͤndigkeit verlangt. Alles, was von außen gegeben werden muß, um das Gemuth in die ab⸗ gezweckte Bewegung zu ſetzen, muß in der Vorſtellung erſchoͤpft ſeyn. Wenn ſich der noch ſo roͤmiſch geſinnte Zuſchauer den Seelenzuſtand des Cato zu eigen machen, wenn er die letzte Entſchließung dieſes Repulicaners zu der ſeinigen machen ſoll, ſo muß er dieſe Entſchließung nicht bloß in der Seele des Roͤ⸗ mers, auch in den Umſtaͤnden gegruͤndet finden, ſo muß ihm die aͤußere ſowohl als innere Lage desſelben in ihrem ganzen