Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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muͤths, inſofern dieſe nothwendig und allgemein iſt. Allgemein⸗ heit und Nothwendigkeit aber enthaͤlt vorzugsweiſe unſre ſittliche Natur. Das ſinnliche Vermoͤgen kann durch zufaͤllige Urſachen anders beſtimmt werden; ſelbſt unſre Erkenntnißvermöͤgen ſind von veraͤnderlichen Bedingungen abhaͤngig; unſre Sittlichkeit allein ruht auf ſich ſelbſt, und iſt eben darum am tauglichſten, einen allgemeinen und ſichern Maßſtab dieſer Aehnlichkeit ab⸗ zugeben. Eine Vorſtellung alſo, welche wir mit unſrer Form zu denken und zu empfinden uͤbereinſtimmend finden, welche mit unſerer eigenen Gedankenreihe ſchon in gewiſſer Verwandtſchaft ſteht, welche von unſerm Gemuͤth mit Leichtigkeit aufgefaßt wird, nennen wir wahr. Betrifft die Aehnlichkeit das Eigen⸗ thuͤmliche unſers Gemuͤths, die beſondern Beſtimmungen des allgemeinen Menſchencharakters in uns, welche ſich unbeſchadet dieſes allgemeinen Charakters hinwegdenken laſſen, ſo hat dieſe Vorſtellung bloß Wahrheit fuͤr uns; betrifft ſie die allgemeine und nothwendige Form, welche wir bei der ganzen Gattung vorausſetzen, ſo iſt die Wahrheit der objectiven gleich zu achten. Fuͤr den Roͤmer hat der Richterſpruch des erſten Brutus, der Selbſtmord des Cato ſubjective Wahrheit. Die Vorſtellungen und Gefuͤhle, aus denen die Handlungen dieſer beiden Maͤnner fließen, folgen nicht unmittelbar aus der allgemeinen, ſondern mittelbar aus einer beſonders beſtimmten menſchlichen Natur. Um dieſe Gefuͤhle mit ihnen zu theilen, muß man eine roͤmi⸗ ſche Geſinnung beſitzen, oder doch zu augenblicklicher Annahme der letztern faͤhig ſeyn. Hingegen braucht man bloß Menſch uͤberhaupt zu ſeyn, um durch die heldenmuͤthige Aufopferung eines Leonidas, durch die ruhige Ergebung eines Ariſtid, durch den freiwilligen Tod eines Sokrates in eine hohe Ruͤhrung ver⸗ ſetzt, um durch den ſchrecklichen Gluͤckswechſel eines Darius zu Thraͤnen hingeriſſen zu werden. Solchen Vorſtellungen raͤumen