Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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Vermeſſenheit genug beſeſſen, ſeine Wuͤnſche bis zu einer Verwandtſchaftsverbindung mit dem regierenden Kaiſerhauſe in Konſtantinopel zu erheben. Immer bleibt es eine merk⸗ wuͤrdige Erſcheinung in der Geſchichte, wie die Soͤhne eines unbeguͤterten Edelmanns in einer Provinz Frankreichs auf gut Gluͤck aus ihrer Heimath auswandern, und, durch nichts als ihren Degen unterſtuͤtzt, ein Koͤnigreich zuſammenrauben, Kai⸗ ſern und Paͤpſten zugleich mit ihrem Arme und ihrem Ver⸗ ſtande widerſtehen, und noch Kraft genug uͤbrig haben, aus⸗ waͤrtige Throne zu erſchuͤttern.

Ein anderer Sohn Roberts, mit Namen Roger, war ihm in ſeinen calabriſchen und apuliſchen Beſitzungen gefolgt; aber ſchon vierzig Jahre nach Roberts Tode verloſch ſein Geſchlecht. Die normaͤnniſchen Staaten auf dem feſten Lande wurden nunmehr von der Nachkommenſchafr ſeines Bruders in Beſitz genommen, welche in Sicilien bluͤhre. Roger, Graf von Sici⸗ lien, nicht weniger tapfer als Guiscard, aber eben ſo gutthaͤtig und mild, als dieſer grauſam und eigennuͤtzig war, hatte den Ruhm, ſeinen Nachkommen ein glorreiches Recht zu erfechten. Zu einer Zeit, wo die Anmaßungen der Paͤpſte alle weltliche Gewalt zu verſchlingen drohten, wo ſie den Kaiſern in Deutſch⸗ land das Recht der Inveſtituren entriſſen und die Kirche von dem Staat gewaltſam abgetrennt hatten, behauptete ein nor⸗ maͤnniſcher Edelmann in Sicilien ein Regal, welches Kaiſer hatten aufgeben muͤſſen. Graf Roger drang dem roͤmiſchen Stuhle fuͤr ſich und ſeine Nachfolger in Sicilien die Bewilligung ab, auf ſeiner Inſel die hoͤchſte Gewalt in geiſtlichen Dingen auszuuͤben. Der Papſt war im Gedraͤnge; um den deutſchen Kaiſern zu widerſtehen, konnte er die Freundſchaft der Nor⸗ maͤnner nicht entbehren. Er erwaͤhlte alſo den ſtaatsklugen Ausweg, ſich durch Nachgiebigkeit einen Nachbar zu verpflich⸗