Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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in dieſen Gegenden einen Schatten von Herrſchaft gerettet. Bis nach Apulien hinab hatten ſich die Longobarden verbreitet, und arabiſche Corſaren mit dem Schwerte in der Hand ſich Wohn⸗ ſitze darin errungen. Ein barbariſches Gemiſch von Sprachen und Sitten, von Trachten und Gebraͤuchen, von Geſetzen und Religionen zeugte noch jetzt von ihrer verderblichen Gegenwart. Hier ſah ſich der Unterthan nach dem longobardiſchen Geſetz, ſein naͤchſter Nachbar nach dem Juſtinianiſchen, ein dritter nach dem Koran gerichtet. Derſelbe Pilger, der des Morgens geſaͤttigt aus den Ringmauren eines Kloſters ging, mußte des Abends die Mildthaͤtigkeit eines Moslems in Anſpruch nehmen. Die Nachfolger des heiligen Petrus hatten nicht geſaͤumt, ihren frommen Arm nach dieſem gelobten Lande auszuſtrecken, auch einige deutſche Kaiſer die Hoheit des Kaiſernamens in dieſem Theile Italiens geltend gemacht, und einen großen Diſtrict desſelben als Sieger durchzogen. Gegen Otto den Zweiten ſchloſ⸗ ſen die Griechen mit den verabſcheuten Arabern einen Bund, der dieſem Eroberer ſehr verderblich wurde. Calabrien und Apulien traten nunmehr aufs neue unter griechiſche Hoheit zu⸗ ruͤck; aber aus den feſten Schloͤſſern, welche die Saracenen in dieſem Landſtrich noch inne hatten, ſtuͤrzten zu geiten bewaffnete Schaaren hervor, andere arabiſche Schwaͤrme ſetzten aus dem angraͤnzenden Sicilien hinuͤber, welche Griechen und Lateiner ohne Unterſchied beraubten. Von der fortwaͤhrenden Anarchie beguͤnſtigt, riß Jeder an ſich, was er konnte, und verband ſich, je nachdem es ſein Vortheil war, mit Muhamedanern, mit Griechen, mit Lateinern. Einzelne Staͤdte, wie Gaeta und Neapel, regierten ſich nach republicaniſchen Geſetzen. Mehrere longobardiſche Geſchlechter genoſſen unter dem Schirm einer ſcheinbaren Abhaͤngigkeit von dem romiſchen oder griechi⸗ ſchen Reich eine wahre Souveraͤnetaͤt in Benevent, Capug, Sa⸗