Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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zum Brautſchatz das ganze Kuͤſtenland anbieten, welches den normaͤnniſchen Verheerungen am meiſten bloßgeſtellt war. Ein Biſchof fuͤhrte das Geſchaͤft, und Alles, was man von dem Normann dafuͤr verlangte, war, daß er ein Chriſt werden ſollte. Rollo rief ſeine Corſaren zuſammen, und uͤberließ den Ge⸗ wiſſensfall ihrer Beurtheilung. Das Anerbieten war zu ver⸗ fuͤhreriſch, um nicht ſeinen nordiſchen Aberglauben daran zu wagen. Jede Religion war gleich gut, bei welcher man nur nicht die Tapferkeit verlernte. Die Groͤße des Gewinns brachte jede Bedenklichkeit zum Schweigen. Rollo empfing die Taufe, und einer ſeiner Gefaͤhrten wurde abgeſchickt, der Ceremonie der Huldigung gemaͤß, bei dem Koͤnig von Frankreich den Fuß⸗ kuß zu verrichten.

Rollo verdiente es, der Stifter eines Staats zu ſeyn; ſeine Geſetze bewirkten bei dieſem Raͤubervolk eine bewundernswür⸗ dige Verwandlung. Die Corſaren warfen das Ruder weg, um den Pflug zu ergreifen, und die neue Heimath ward ihnen theuer, ſobald ſie angefangen hatten, darauf zu ernten. In dem gleichfoͤrmigen ſanften Tacte des Landlebens verlor ſich all⸗ maͤhlich der Geiſt der Unruhe und des Raubes, mit ihm die natuͤrliche Wildheit dieſes Volks. Die Normandie bluͤhte unter Rollo's Geſetzen, und ein barbariſcher Eroberer mußte es ſeyn, der die Nachkommen Karls des Großen ihren Vaſallen wider⸗ ſtehen, und ihre Voͤlker begluͤcken lehrte. Seitdem Normaͤnner Frankreichs weſtliche Kuͤſte bewachten, hatte es von keiner nor⸗ maͤnniſchen Landung mehr zu leiden, und die ſchimpfliche Aus⸗ kunft der Schwäͤche ward eine Wohlthat fuͤr das Reich.

Der kriegeriſche Geiſt der Normaͤnner artete in ihrem neuen Vaterlande nicht aus. Dieſe Provinz Frankreichs ward die Pflanzſchule einer tapfern Jugend, und aus ihr gingen zu verſchiedenen Zeiten zwei Heldenſchwaͤrme aus, die ſich an ent⸗