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ſchen Kuͤſte erfuhren die Raubſucht dieſer barbariſchen Fremd⸗ linge; ſchnell, wie aus der Erde geſpieen, ſtanden ſie da, und eben ſo ſchnell entzog ſie das unerreichbare Meer der Verfol⸗ gung. Kuͤhnere Banden, denen die ausgeraubte Kuͤſte keine Beute mehr darbot, trieben in die Muͤndung der Stroͤme und erſchreckten die ahnungsloſen innern Provinzen mit ihrer furcht⸗ baren Landung. Weggefuͤhrt ward Alles, was Waare werden konnte; der pflugziehende Stier mit dem Pfluͤger, zahlreiche Menſchenheerden in eine hoffnungsloſe Knechtſchaft geſchleppt. Der Reichthum im inneren Lande machte ſie immer luͤſterner, der ſchwache Widerſtand immer kuͤhner, und die kurzen Still⸗ ſtaͤnde, welche ſie den Einwohnern goͤnnten, brachten ſie nur deſto zahlreicher und deſto gieriger zuruͤck.
Gegen dieſen immer ſich erneuernden Feind war keine Huͤlfe von dem Throne zu hoffen, der ſelbſt wankte, den eine Reihe unmaͤchtiger Schattenkoͤnige, die unwuͤrdige Nachkommenſchaft Karls des Großen, entehrte. Anſtatt des Eiſens zeigte man den Barbaren Gold, und ſetzte die ganze kuͤnftige Ruhe des Koͤnigreichs aufs Spiel, um eine kurze Erholung zu gewinnen. Die Anarchie des Lehenweſens hatte das Band aufgeloͤst, wel⸗ ches die Nation gegen einen gemeinſchaftlichen Feind vereinigen konnte, und die Tapferkeit des Adels zeigte ſich nur zum Ver⸗ derben des Staats, den ſie vertheidigen ſollte.
Einer der unternehmendſten Anfuͤhrer der Barbaren, Rollo, hatte ſich der Stadt Nouen bemaͤchtigt, und entſchloſſen, ſeine Eroberungen zu behaupten, ſeinen Waffenplatz darin errichtet. Unmacht und dringende Noth fuͤhrten endlich Karln den Ein⸗ faͤltigen, unter welchem Frankreich ſich damals regierte, auf den gluͤcklichen Ausweg, durch Bande der Dankbarkeit, der Ver⸗ wandtſchaft und der Religion ſich dieſen barbariſchen Anfuͤhrer zu verpflichten. Er ließ ihm ſeine Tochter zur Gemahlin und


