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Kirchenverſammlung feierlich verfluchte. Dieſes Anathem galt beſonders dem Koͤnig Roger von Sicilien, der Anaklets Sache maͤchtig unterſtuͤtzte und durch ſeine reißenden Fortſchritte im untern Italien den Muth dieſer Partei nicht wenig erhoͤhte.
Da ſich die Geſchichte Siciliens und Neapels und der Normaͤnner, ſeiner neuen Beſitzer, mit der Geſchichte dieſes Jahrhunderts aufs genaueſte verbindet, da uns Anna Komnena und Otto von Freiſing auf die normaͤnniſchen Eroberungen aufmerkſam gemacht haben, ſo iſt es dem Zweck dieſer Ab⸗ handlung gemaͤß, auf den Urſprung dieſer neuen Macht in Italien zuruͤckzugehen und die Fortſchritte derſelben kuͤrzlich zu verfolgen.
Die mittaͤglichen und weſtlichen Laͤnder Europens hatten kaum angefangen, von den gewaltſamen Erſchuͤtterungen aus⸗ zuruhen, wodurch ſie ihre neue Geſtalt empfingen, als der eu⸗ ropaͤiſche Norden im neunten Jahrhundert aufs neue den Suͤden aͤngſtigte. Aus den Inſeln und Kuͤſtenlaͤndern, welche heutzutage dem daͤniſchen Scepter huldigen, ergoſſen ſich dieſe neuen Barbarenſchwaͤrme; Maͤnner des Nordens, Normaͤn⸗ ner nannte man ſie; ihre uͤberraſchende ſchreckliche Ankunft beſchleunigte und verbarg der weſtliche Ocean. So lange zwar der Herrſchergeiſt Karls des Großen das fraͤnkiſche Reich be⸗ wachte, ahnete man den Feind nicht, der die Sicherheit ſeiner Graͤnzen bedrohte. Zahlreiche Flotten huͤteten jeden Hafen und die Muͤndung jedes Stroms; mit gleichem Nachdruck leiſtete ſein ſtarker Arm den arabiſchen Corſaren im Suͤden, und im Weſten den Normaͤnnern Widerſtand. Aber dieſes beſchuͤtzende Band, welches rings alle Kuͤſten des fraͤnkiſchen Reichs umſchloß, loͤste ſich unter ſeinen kraftloſen Soͤhnen, und gleich einem verheerenden Strome drang nun der wartende Feind in das bloßgegebene Land. Alle Bewohner der aquitani⸗


