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Jeder Palaſt, jede Kirche war Feſtung, jede Straße ein Schlacht⸗ feld, alles Waffe, was das Ungefaͤhr der blinden Erbitterung darbot. Mit dem Schwert in der Fauſt mußte jeder Ausweg geoͤffnet werden, und Lothars ſchwaches Heer reichte nicht hin, eine Stadt zu ſtuͤrmen, worin es ſich wie in einem unermeß⸗ lichen Ocean verlor, wo die Haͤuſer ſelbſt gegen das Leben der verhaßten Fremdlinge bewaffnet waren. Es war gebraͤuchlich, die Kaiſerkroͤnung in der Peterskirche zu vollziehen, und in Rom war Alles heilig, was gebraͤuchlich war; aber die Peters⸗ kirche, wie die Engelsburg, hatte der Feind im Beſitz, woraus keine ſo geringe Macht, als Lothar beiſammen hatte, ihn ver⸗ jagen konnte. Endlich nach langer Verzoͤgerung willigte man ein, der Nothwendigkeit zu weichen und im Lateran die Kroͤ⸗ nung zu verrichten.
Man erinnert ſich, daß es die Sache des Papſtes war, welche den Kaiſer nach Italien fuͤhrte: als der Beſchuͤtzer, nicht als ein Flehender, forderte er eine Ceremonie, welche dieſer Papſt ohne ſeinen ſtarken Arm nimmermehr haͤtte ausuͤben koͤnnen. Nichtsdeſtoweniger behauptete Innocentius den ganzen Papſtſinn eines Hildebrands, und mitten in dem rebelliſchen Rom, gleich⸗ ſam hinter dem Schilde des Kaiſers, der ihn gegen die moͤrde⸗ riſche Wuth ſeiner Gegner vertheidigte, gab er dieſem Kaiſer Ge⸗ ſetze. Der Vorgaͤnger des Lothar hatte die anſehnliche Erbſchaft, welche Mathilde, Markgraͤfin von Tuscien, dem roͤmiſchen Stuhl vermacht hatte, als ein Reichslehen eingezogen, und Calixtus II, um nicht aufs neue die Ausſoͤhnung mit dieſem Kaiſer zu erſchweren, hatte in dem Vergleich, der den Inveſtiturſtreit endigte, ganz von dieſer geheimen Wunde geſchwiegen. Dieſe Anſpruͤche des roͤmiſchen Stuhls auf die Mathildiſche Erbſchaft brachte Innocentius jetzt in Bewegung, und bemuͤhte ſich wenigſtens, da er den Kaiſer unerbittlich fand, dieſe anmaß⸗


