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Rom, um den Stuͤrmen vorzubeugen, welche der getheilte Zu⸗ ſtand der Gemuͤther befuͤrchten ließ, die Uebereinkunft getroffen, die neue Papſtwahl acht Cardinaͤlen zu uͤbertragen. Fuͤnf von dieſen erwaͤhlten in einer heimlich veranſtalteten Zuſammen⸗ kunft den Cardinal Gregor, einen ehemaligen Moͤnch, zum Fuͤrſten der roͤmiſchen Kirche, der ſich den Namen Innocentius II bei⸗ legte. Die drei uͤbrigen, mit dieſer Wahl nicht zufrieden, er⸗ hoben einen gewiſſen Peter Leonis, den Enkel eines getauften IJuden, der den Namen Anaklet II annahm, auf den apoſto⸗ liſchen Stuhl. Beide Paͤpſte ſuchten ſich einen Anhang zu machen. Auf Seite des Letztern ſtand die uͤbrige Geiſtlichkeit des roͤmiſchen Sprengels und der Adel der Stadt; außerdem wußte er die italieniſchen Normaͤnner, furchtbare Nachbarn der Stadt Rom, fuͤr ſeine Partei zu gewinnen. Innocentius fluͤhhtete aus der Stadt, wo ſein Gegner die Oberhand hatte, und vertraute ſeine Perſon und ſeine Sache der Rechtglaͤubigkeit des Koͤnigs von Frankreich. Der Ausſpruch eines einzigen Mannes, des Abts Bernhard von Clairvaux, der die Sache dieſes Papſtes fuͤr die gerechte erklaͤrt hatte, war genug, ihm die Huldigung dieſes Reichs zu verſchaffen. Seine Aufnahme in Ludwigs Staaten war glaͤnzend, und reiche Schaͤtze oͤffneten ſich ihm in der frommen Mildthaͤtigkeit der Franzoſen. Das Gewicht von Bernhards Empfehlung, welches die franzoͤſiſche Nation zu ſeinen Fuͤßen gefuͤhrt hatte, unterwarf ihm auch England, und der deutſche Kaiſer Lothar ward ohne Muͤhe uͤberzeugt, daß der heilige Geiſt bei der Wahl des Innocentius den Vorſitz gefuͤhrt habe. Eine perſoͤnliche Zuſammenkunft mit dieſem Kaiſer zu Luͤttich hatte die Folge, daß ihn Lothar an der Spitze einer kleinen Armee nach Rom zuruͤckfuͤhrte.
In dieſer Stadt war Anaklet, der Gegenpapſt, maͤchtig, Volk und Adel gefaßt, ſich aufs hartnaͤckigſte zu vertheidigen.


