Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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Konrad von Franken unternahm noch eine kuͤhnere That. Er ließ ſich bereden, den deutſchen Koͤnigstitel anzunehmen, und eilte mit einer Armee nach Italien, um ſeinem Neben⸗ buhler, der dort noch nicht gekroͤnt war, den Rang abzulaufen. Die Stadt Malland oͤffnete ihm bereitwillig ihre Thore, und Anſelmo, Erzbiſchof dieſer Kirche, ſetzte ihm in der Stadt Monza die lombardiſche Krone auf; in Toscana erkannte ihn der ganze dort maͤchtige Adel als Koͤnig. Aber Mailands guͤnſtige Erklaͤrung machte alle diejenigen Staaten von ihm abwendig, welche mit jener Stadt in Streitigkeiten lebten, und da endlich auch Papſt Honorius II auf die Seite ſeines Gegners trat, und den Bannſtrahl gegen ihn ſchleuderte, ſo entging ihm ſein Hauptzweck, die Kaiſerkrone, und Italien wurde eben ſo ſchnell von ihm verlaſſen, als er darin erſchienen war. Unterdeſſen hatte Lothar die Stadt Speyer belagert, und ſo tapfer auch, entflammt durch die Gegenwart der Herzogin von Schwaben, ihre Buͤrger ſich wehrten, nach einem fehlgeſchlagenen Verſuch Friedrichs, ſie zu entſetzen, in ſeine Haͤnde bekommen. Die vereinigte Macht des Kaiſers und ſeines Eidams war den Hohenſtaufen zu ſchwer. Nachdem auch ihr Waffenplatz, die Stadt Ulm, von dem Herzog von Bayern erobert und in die Aſche gelegt war, der Kaiſer ſelbſt aber mit einer Armee gegen ſie anruͤckte, ſo entſchloſſen ſie ſich zur Unterwerfung. Auf einem Reichstag zu Bamberg warf ſich Friedrich dem Kaiſer zu Fuͤßen und erhielt Gnade; auf eine aͤhnliche Weiſe erhielt ſie auch Konrad zu Muͤhlhauſen; beide unter der Bedingung, den Kaiſer nach Italien zu begleiten.

Den erſten Kriegszug hatte Lothar ſchon einige Jahre vorher in dieſes Land gethan, wo eine bedenkliche Trennung in der roͤmiſchen Kirche ſeine Gegenwart nothwendig machte. Nachdem Honorius II im Jahre 1130 verſtorben war, hatte man in