und Sachſen in ſeiner einzigen Hand vereinigte. Da Lothar dieſen Heinrich zu ſeinem Nachfolger im Reich beſtimmte, das ſchwaͤbiſch⸗fraͤnkiſche Haus hingegen, welches allein noch ſaͤhig war, der gefaͤhrlichen Macht jenes Fuͤrſten das Gegengewicht zu halten und ihm die Nachfolge ſtreitig zu machen, nach einem feſten Plan zu unterdruͤcken ſtrebte, ſo verrieth er deut⸗ lich genug ſeine Geſinnung, die kaiſerliche Macht auf Un⸗ koſten der ſtaͤndiſchen zu vergroͤßern.
Herzog Heinrich von Bayern, jetzt Tochtermann des Kai⸗ ſers, nahm mit neuen Verhaͤltniſſen ein neues Staatsſyſtem an. Bis jetzt ein eifriger Anhaͤnger des Hohenſtaufiſchen Ge⸗ ſchlechts, mit dem er verſchwaͤgert war, wendete er ſich auf einmal zu der Partei des Kaiſers, der es zu Grunde zu richten ſuchte. Friedrich von Schwaben und Konrad von Franken, die beiden Hohenſtaufiſchen Bruͤder, Enkel Kaiſer Heinrichs V und die natuͤrlichen Erben ſeines Sohns, hatten ſich alle Stamm⸗ guͤter des ſaliſch⸗fraͤnkiſchen Kaiſergeſchlechts zugeeignet, wor⸗ unter ſich mehrere befanden, die gegen kaiſerliche Kammerguͤter eingetauſcht, oder von geaͤchteten Staͤnden fuͤr den Reichsfiscus waren eingezogen worden. Lothar machte bald nach ſeiner Kroͤnung eine Verordnung bekannt, welche alle dergleichen Guͤter dem Reichsfiscus zuſprach. Da die Hohenſtaufiſchen Bruͤder nicht darauf achteten, ſo erklaͤrte er ſie fuͤr Stoͤrer des oͤffentlichen Friedens und ließ einen Reichskrieg gegen ſie be⸗ ſchließen. Ein neuer Burgerkrieg entzuͤndete ſich in Deutſchland, welches kaum angefangen hatte, ſich von den Drangſalen der vorhergehenden zu erholen. Die Stadt Nuͤrnberg wurde von dem Kaiſer, wiewohl vergeblich, belagert, weil die Hohenſtaufen ſchleunig zum Entſatz herbeieilten. Sie warfen darauf auch in Speyer eine Beſatzung, den geheiligten Boden, wo die Ge⸗ beine der fraͤnkiſchen Kgiſer liegen. 1


