Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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in Italien konnte der Papſt keinen Herrn ertragen, die Ita⸗ liener verſchmaͤhten auf gleiche Art das Joch des Auslaͤnders und des Prieſters. Es blieb ihm alſo nur die bedenkliche Wahl, entweder dem Kaiſerthron von ſeinen Rechten zu ver⸗ geben, oder mit dem Papſt in den Kampf zu gehen, und auf immer dem Frieden ſeines Lebens zu entſagen.

Die Frage iſt der Eroͤrterung werth, warum ſelbſt die ſtaatskundigſten Kaiſer ſo hartnaͤckig darauf beſtanden, die An⸗ ſpruͤche des deutſchen Reichs auf Italien geltend zu machen, ungeachtet ſie ſo viele Beiſpiele vor ſich hatten, wie wenig der Gewinn der erſtaunlichen Aufopferungen werth war, un⸗ geachtet jeder italieniſche Zug von den Deutſchen ſelbſt ihnen ſo ſchwer gemacht, und die nichtigen Kronen der Lombardei und des Kaiſerthums in jedem Betracht ſo theuer erkauft werden mußten. Ehrgeiz allein erklaͤrt dieſe Einſtimmigkeit ihres Betragens nicht; es iſt hoͤchſt wahrſcheinlich, daß ihre Anerkennung in Italien auf die einheimiſche Autoritaͤt der Kaiſer in Deutſchland einen merklichen Einfluß hatte, und daß ſie alsdann vorzuͤglich dieſer Huͤlfe bedurften, wenn ſie durch Wahl allein, ohne Mitwirkung des Erbrechtes, auf den Thron geſtiegen waren. Was auch ihr Fiscus dabei gewinnen mochte, ſo konnte der Ertrag des Eroberten den Aufwand der Eroberung kaum bezahlen, und die Quelle vertrocknete, ſobald ſie das Schwert in die Scheide ſteckten.

Zehn Wahlfuͤrſten, welche jetzt zum erſten Male einen engern Ausſchuß unter den Reichsſtaͤnden bilden, und vorzugsweiſe dieſes Recht ausuͤben, verſammeln ſich nach dem Hinſcheiden „Heinrichs V zu Mainz, dem Reich einen Kaiſer zu geben. Drei Prinzen, damals die maͤchtigſten Deutſchlands, kommen zu dieſer Wuͤrde in Vorſchlag: Herzog Friedrich von Schwaben,