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bes verſtorbenen Kaiſers Schweſterſohn, Markgraf Leopold von Oeſterreich, und Lothar, Herzog zu Sachſen. Aber die Schick⸗ ſale der zwei vorhergehenden Kaiſer hatten den Kaiſernamen mit ſo vielen Schreckniſſen umgeben, daß Markgraf Leopold und Herzog Lothar fußfaͤllig und mit weinenden Augen baten, ſie mit dieſer gefaͤhrlichen Ehre zu verſchonen. Herzog Friedrich allein war nun noch uͤbrig, aber eine unbedachtſame Aeußerung dieſes Prinzen ſchien zu erkennen zu geben, daß er auf ſeine Verwandtſchaft mit dem Verſtorbenen ein Recht auf den Kaiſerthron gruͤnde. Dreimal nach einander war der Scepter des Reichs von dem Vater auf den Sohn gekommen, und die Wahlfreiheit der deutſchen Krone ſtand in Gefahr, ſich in einem verjaͤhrten Erbrecht endlich ganz zu verlieren. Dann aber war es um die Freiheit der deutſchen Fuͤrſten gethan; ein befeſtigter Erbthron widerſtand den Angriffen, wodurch es dem unruhigen Lehengeiſt ſo leicht ward, das ephemeriſche Geruͤſte eines Wahl⸗ throns zu erſchuͤttern. Die argliſtige Politik der Paͤpſte hatte erſt kuͤrzlich die Aufmerkſamkeit der Fuͤrſten auf dieſen Theil des Staatsrechts gezogen, und ſie zu lebhafter Behauptung eines Vorrechts ermuntert, das die Verwirrung in Deutſchland verewigte, aber dem apoſtoliſchen Stuhl deſto nuͤtzlicher wurde. Die geringſte Ruͤckſicht, welche bei dem neuaufzuſtellenden Kaiſer auf Verwandtſchaft genommen wurde, konnte die deutſche Wahl⸗ freiheit aufs neue in Gefahr bringen, und den Mißbrauch er⸗ neuern, aus dem man ſich kaum losgerungen hatte. Von dieſen Betrachtungen waren die Koͤpfe erhitzt, als Herzog Fried⸗ rich Anſpruͤche der Geburt auf den Kaiſerthron geltend machte. Man beſchloß daher, durch einen recht entſcheidenden Schritt bem Erbrecht zu trotzen, beſonders da der Erzbiſchof von Mainz, der das Wahlgeſchaͤft leitete, hinter dem Beſten des Reichs eine
perſoͤnliche Rache verſteckte. Lothar von Sachſen wurde ein⸗ Schillers ſaͤmmtl. Werke. XI. 3


