Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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Wuͤrde und Reinigkeit ihres Berufes nicht wohl zu vertragen ſchienen. Sie war alſo gezwungen, dieſe Geſchaͤfte an Andere abzugeben, denen ſie dafuͤr die Nutznießung gewiſſer Grund⸗ ſtuͤcke, die Sporteln des Richteramts und andere Gefaͤlle uͤber⸗ ließ, oder, nach der Sprache jener Zeiten, ſie mußte ihnen ſolche zu Lehen auftragen. Ein Erzbiſchof, Biſchof oder Abt war daher in ſeinem Diſtricte, was der Koͤnig in dem ganzen Staat. Er hatte Advocaten oder Voͤgte, Beamte und Lehen⸗ traͤger, Tribunale und einen Fiscus; Koͤnige ſelbſt hielten es nicht unter ihrer Wuͤrde, Lehentraͤger ihrer Biſchoͤfe und Praͤ⸗ laten zu werden, welches dieſe nicht unterlaſſen haben, als ein Zeichen des Vorzugs geltend zu machen, der dem Clerus uͤber die Weltlichen gebuͤhre. Kein Wunder, wenn auch die Paͤpſte ſich nachher einfallen ließen, den, welchen ſie zum Kaiſer ge⸗ macht, mit dem Namen ihres Vogts zu beehren. Wenn man das doppelte Verhaͤltniß der Koͤnige, als Baronen und als Oberhaͤupter ihres Reichs, immer im Auge behaͤlt, ſo wer⸗ den ſich dieſe ſcheinbaren Widerſpruͤche loͤſen.

Die Herzoge, Markgrafen, Grafen, welche der Koͤnig als Kriegsoberſten und Richter uͤber die Provinzen ſetzte, hatten eine gewiſſe Macht noͤthig, um der aͤußern Vertheidigung ihrer Provinzen gewachſen zu ſeyn, um gegen den unruhigen Geiſt der Baronen ihr Anſehen zu behaupten, ihren Rechtsbeſcheiden Nachdruck zu geben, und ſich, im Falle der Widerſetzung, mit den Waffen in der Hand Gehorſam zu verſchaffen. Mit der Wuͤrde ſelbſt aber ward keine Macht verliehen, dieſe mußte ſich der koͤnigliche Beamte ſelbſt zu verſchaffen wiſſen. Dadurch wurden dieſe Bedienungen allen minder vermoͤgenden Freien verſchloſſen, und auf die kleine Anzahl der hohen Baronen ein⸗ geſchraͤnkt, die an Allodien reich genug waren, und Vaſallen genug ins Feld ſtellen konnten, um ſich aus eigenen Kraͤften