Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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Beſitzer, den nicht die Geburt, ſondern die Wahl dazu be⸗ ſtimmte. Er erlangte ſie auf dem Wege der Belehnung, und genoß ſie als Allodien.

Es gab noch eine vierte Art von Beſitzungen, die man auf Lehenart empfing, und an welcher gleichfalls Lehensverpflich⸗ tungen hafteten. Dem Heerfuͤhrer, den man auf ſeinem blei⸗ benden Boden nunmehr Koͤnig nennen kann, ſtand das Recht zu, dem Volke Haͤupter vorzuſetzen, Streitigkeiten zu ſchlichten oder Richter zu beſtellen und die allgemeine Ordnung und Ruhe zu erhalten. Dieſes Recht und dieſe Pflicht blieb ihm auch nach geſchehener Niederlaſſung und im Frieden, weil die Nation noch immer ihre kriegeriſche Einrichtung beibehielt. Er beſtellte alſo Vorſteher uͤber die Laͤnder, deren Geſchaͤft es zugleich war, im Kriege die Mannſchaft anzufuͤhren, welche die Provinz ins Feld ſtellte; und da er, um Recht zu ſprechen und Streitigkeiten zu entſcheiden, nicht uͤberall zugleich gegen⸗ waͤrtig ſeyn konnte, ſo mußte er ſich vervielfaͤltigen, d. i. er mußte in den verſchiedenen Diſtricten durch Bevollmaͤchtigte ſich repraͤſentiren laſſen, welche die oberrichterliche Gewalt in ſeinem Namen darin ausuͤbten. So ſetzte er Herzoge uͤber die Provinzen, Markgrafen uͤber die Graͤnzprovinzen, Grafen uͤber die Gauen, Centgrafen uͤber kleinere Diſtricte u. a. m., und dieſe Wuͤrden wurden gleich den Grundſtuͤcken belehnungs⸗ weiſe ertheilt. Sie waren eben ſo wenig erblich als die Lehen⸗ guͤter, und wie dieſe konnte ſie der Landesherr von einem auf den andern uͤbertragen. Wie man Wuͤrden zu Lehen nahm, wurden auch gewiſſe Gefaͤlle, z. B. Strafgelder, Zoͤlle und dergleichen mehr, auf Lehensart vergeben.

Was der Koͤnig in dem Reiche, das that die hohe Geiſtlich⸗ keit in ihren Beſitzungen. Der Beſitz von Laͤndern verband ſie zu kriegeriſchen und richterlichen Dienſten, die ſich mit der