Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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verfeinerten Sklaven nicht ehret. Unverruͤckt, als waͤr' er noch auf ſaliſcher Erde, und unverſucht von den Gaben, die der unterjochte Roͤmer ihm anbietet, bleibt der Franke den Geſetzen treu, die ihn zum Sieger machten; zu ſtolz und zu weiſe, aus den Haͤnden der ungluͤcklichen Werkzeuge des Gluͤcks anzu⸗ nehmen. Auf dem Aſchenhaufen roͤmiſcher Pracht breitet er ſeine nomadiſchen Gezelte aus, baͤumt den eiſernen Speer, ſein hoͤchſtes Gut, auf dem eroberten Boden, pflanzt ihn vor den Richterſtuͤhlen auf, und ſelbſt das Chriſtenthum, will es anders den Wilden feſſeln, muß das ſchreckliche Schwert umguͤrten.

und nun entfernen ſich alle fremden Haͤnde von dem Sohne der Natur. Zerbrochen werden die Bruͤcken zwiſchen Byzanz und Maſſilien, zwiſchen Alexandria und Rom, der ſchuͤchterne Kaufmann eilt heim, und das laͤndergattende Schiff liegt ent⸗ maſtet am Strande. Eine Wuͤſte von Gewaͤſſern und Bergen, eine Nacht wilder Sitten waͤlzt ſich vor den Eingang Europens hin, der ganze Welttheil wird geſchloſſen.

Ein langwieriger, ſchwerer und merkwuͤrdiger Kampf be⸗ ginnt jetzt: der rohe germaniſche Geiſt ringt mit den Reizungen eines neuen Himmels, mit neuen Leidenſchaften, mit des Bei⸗ ſpiels ſtiller Gewalt, mit dem Nachlaß des umgeſtuͤrzten Roms, der in dem neuen Vaterland noch in tauſend Netzen ihm nach⸗ ſtellt; und wehe dem Nachfolger eines Clodion, der auf der Herrſcherbuͤhne des Trajanus ſich Trajanus duͤnkt! Tauſend Klingen ſind gezuͤckt, ihm die ſcythiſche Wildniß ins Gedaͤchtniß zu rufen. Hart ſtoͤßt die Herrſchſucht mir der Freiheit zu⸗ ſammen, der Trotz mit der Feſtigkeit, die Liſt ſtrebt die Kuͤhn⸗ heit zu umſtricken, das ſchreckliche Recht der Staͤrke kommt zuruͤck, und Jahrhunderte lang ſieht man den rauchenden Stahl nicht erkalten. Eine traurige Nacht, die alle Koͤpfe verfinſtert, haͤngt uͤber Europa herab, und nur wenige Lichtfunken ſliegen