Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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die Form zerbrochen werden, die ſeinem Nachahmungsgeiſt gefaͤhr⸗ lich werden konnte, und er mußte auf dem neuen Schauplatz, den er jetzt betrat, in jedem Betracht der ſtaͤrkere Theil bleiben.

Die ſcythiſche Wuͤſte oͤffnet ſich und gießt ein rauhes Ge⸗ ſchlecht uͤber den Occident aus. Mit Blut iſt ſeine Bahn be⸗ zeichnet. Staͤdte ſinken hinter ihm in Aſche, mit gleicher Wuth zertritt es die Werke der Menſchenhand und die Fruͤchte des Ackers; Peſt und Hunger holen nach, was Schwert und Feuer vergaßen; aber Leben geht nur unter, damit beſſeres Leben an ſeiner Stelle keime. Wir wollen ihm die Leichen nicht nach⸗ zaͤhlen, die es aufhaͤufte, die Staͤdte nicht, die es in die Aſche legte. Schoͤner werden ſie hervorgehen unter den Haͤnden der Freiheit, und ein beſſerer Stamm von Menſchen wird ſie bewohnen. Alle Kuͤnſte der Schoͤnheit und der Pracht, der Ueppigkeit und Verfeinerung gehen unter; koſtbare Denkmaͤler, fuͤr die Ewigkeit gegruͤndet, ſinken in den Staub, und eine tolle Willkuͤr darf in dem feinen Raͤderwerk einer geiſtreichen Ordnung wuͤhlen; aber auch in dieſem wilden Tumult iſt die Hand der Ordnung geſchaͤftig, und was den kommenden Ge⸗ ſchlechtern von den Schaͤtzen der Vorzeit beſchieden iſt, wird unbemerkt vor dem zerſtoͤrenden Grimm des jetzigen gefluͤchtet. Eine wuͤſte Finſterniß breitet ſich jetzt uͤber dieſer weiten Brandſtaͤtte aus, und der elende ermattete Ueberreſt ihrer Be⸗ wohner hat fuͤx einen neuen Sieger gleich wenig Widerſtand und Verfuͤhrung.

Raum iſt jetzt gemacht auf der Buͤhne und ein neues Voͤlkergeſchlecht beſetzt ihn, ſchon ſeit Jahrhunderten ſtill, und ihm ſelbſt unbewußt, in den nordiſchen Waͤldern zu einer er⸗ friſchenden Colonie des erſchoͤpften Weſten erzogen. Roh und wild ſind ſeine Geſetze, ſeine Sitten; aber ſie ehren in ihrer rohen Weiſe die menſchliche Natur, die der Alleinherrſcher in ſeinen