Teil eines Werkes 
11. Band (1838)
Entstehung
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von keiner Staatserſchuͤtterung abhaͤngig, auf dem feſten Grund der Vernunft und Billigkeit ruhet.

Der Gewinn iſt alſo offenbar, und die Frage iſt bloß dieſe: war kein naͤherer Weg zu dieſem Ziele? Konnte ſich dieſe heilſame Veraͤnderung nicht weniger gewaltſam aus dem roͤmiſchen Staat entwickeln, und mußte das Menſchengeſchlecht nothwendig die traurige Zeitſtrecke vom vierten bis zum ſech⸗ zehnten Jahrhundert durchlaufen?

Die Vernunft kann in einer anarchiſchen Welt nicht aus⸗ halten. Stets nach Uebereinſtimmung ſtrebend, laͤuft ſie lieber Gefahr, die Ordnung ungluͤcklich zu vertheidigen, als mit Gleichguͤltigkeit zu entbehren.

War die Voͤlkerwanderung und das Mittelalter, das darauf folgte, eine nothwendige Bedingung unſrer beſſern Zeiten?

Aſien kann uns einige Aufſchluͤſſe daruͤber geben. Warum bluͤhten hinter dem Heerzuge Alexanders keine griechiſchen Frei⸗ ſtaaten auf? Warum ſehen wir Sina, zu einer traurigen Dauer verdammt, in ewiger Kindheit altern? Weil Alexander mit Menſchlichkeit erobert hatte, weil die kleine Schaar ſeiner Griechen unter den Millionen des großen Koͤnigs verſchwand, weil ſich die Horden der Mantſchu in dem ungeheuern Sina unmerkbar verloren. Nur die Menſchen hatten ſie unterjocht; die Geſetze und die Sitten, die Religion und der Staat waren Sieger geblieben. Fuͤr deſpotiſch beherrſchte Staaten iſt keine Rettung als in dem Untergang. Schonende Eroberer fuͤhren ihnen nur Pflanzpoͤlker zu, naͤhren den ſiechen Koͤrper, und koͤnnen nichts, als ſeine Krankheit verewigen. Sollte das verpeſtete Land nicht den geſunden Sieger vergiften, ſollte ſich der Deutſche in Gallien nicht zum Roͤmer verſchlimmern, wie der Grieche zu Babylon in einen Perſer ausartete: ſo mußte