Teil eines Werkes 
10. Band (1838)
Entstehung
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gegen die Menſchheit, und gaben ſeinen Geſetzen das Gepraͤge von Sanftmuth und Milde, das ſie von den Satzungen des Drako und Lykurgus ſo ſchoͤn unterſcheidet. Er war ferner noch ein tapferer Heerfuͤhrer geweſen, hatte der Republik den Beſitz der Inſel Salamine erworben, und noch andere wichtige Kriegsdienſte geleiſtet. Damals war das Studium der Weis⸗ heit noch nicht wie jetzt von politiſcher und kriegeriſcher Wirk⸗ ſamkeit getrennt; der Weiſe war der beſte Staatsmann, der erfahrenſte Feldherr, der tapferſte Soldat; ſeine Weisheit floß in alle Geſchaͤfte ſeines buͤrgerlichen Lebens. Solons Ruf war durch ganz Griechenland erſchollen, und in die allgemeinen An⸗ gelegenheiten des Peloponnes hatte er einen ſehr großen Einfluß.

Solon war der Mann, der allen Parteien in Athen gleich lieb war. Die Reichen hatten große Hoffnungen von ihm, weil er ſelbſt ein beguͤterter Mann war. Die Armen vertrau⸗ ten ihm, weil er ein rechtſchaffener Mann war. Der verſtaͤn⸗ dige Theil der Athenienſer wuͤnſchte ſich ihn zum Herrſcher, weil die Monarchie das ſicherſte Mittel ſchien, die Factionen zu unterdruͤcken; ſeine Verwandten wuͤnſchten dieß gleichfalls, aber aus eigennuͤtzigen Abſichten, um die Herrſchaft mit ihm zu theilen. Solon verſchmaͤhte dieſen Rath:die Monarchie, ſagte er,ſey ein ſchoͤner Wohnplatz, aber er habe keinen Aus⸗ gang.

Er begnuͤgte ſich, ſich zum Archon und Geſetzgeber ernennen zu laſſen, und uͤbernahm dieſes große Amt ungern, und nur aus Achtung fuͤr das Wohl der Buͤrger.

Das Erſte, womit er ſein Werk eroͤffnete, war das beruͤhmte Edict, Seiſachtheia, oder Erledigung genannt, wodurch alle Schulden aufgehoben und zugleich verboten wurde, daß kuͤnftig Keiner dem Andern auf ſeinen Leib etwas leihen durfte.