Teil eines Werkes 
10. Band (1838)
Entstehung
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ſich endlich vielleicht darein gefunden haben aber wie konnten Athenienſer unter ein ſolches Joch ſich beugen!

Auch blieben ſie kaum ein halbes Jahrhundert in Kraft, ob er ihnen gleich den unbeſcheidenen Titel unwandelbarer Ge⸗ ſetze gab.

Drako hatte alſo ſeinen Auftrag ſehr ſchlecht erfuͤllt, und anſtatt zu nuͤtzen, ſchadeten ſeine Geſetze. Weil ſie naͤmlich nicht befolgt werden konnten, und doch keine anderen ſogleich da waren, ihre Stelle zu erſetzen, ſo war es eben ſo viel, als wenn Athen gar kein Geſetz gehabt hatte, und die traurigſte Anarchie riß ein.

Damals war der Zuſtand des athenienſiſchen Volks aͤußerſt zu beklagen. Eine Claſſe des Volks beſaß Alles, die andere hingegen gar nichts; die Reichen unterdruͤckten und pluͤnderten aufs unbarmherzigſte die Armen. Es entſtand eine unermeß⸗ liche Scheidewand zwiſchen beiden. Die Noth zwang die aͤrme⸗ ren Buͤrger, zu den Reichen ihre Zuflucht zu nehmen, zu eben den Blutegeln, die ſie ausgeſogen hatten; aber ſie fanden nur eine grauſame Huͤlfe bei dieſen. Fuͤr die Summen, die ſie auf⸗ nahmen, mußten ſie ungeheure Zinſen bezahlen, und, wenn ſie nicht Termin hielten, ihre Laͤndereien ſelbſt an die Glaͤubiger abtreten. Nachdem ſie nichts mehr zu geben hatten, und doch leben mußten, waren ſie dahin gebracht, ihre eignen Kinder als Sklaven zu verkaufen, und endlich, als auch dieſe Zuflucht erſchoͤpft war, borgten ſie auf ihren eigenen Leib, und mußten ſich gefallen laſſen, von ihren Creditoren als Sklaven verkauft zu werden. Gegen dieſen abſcheulichen Menſchenhandel war noch kein Geſetz in Attika gegeben, und nichts hielt die grau⸗ ſame Habſucht der reichen Buͤrger in Schranken. So ſchrecklich war der Zuſtand Athens. Wenn der Staat nicht zu Grunde