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nun gab es viele Buͤrger im Staat, welche die hoͤchſte Gewalt bekleidet und wieder abgegeben hatten. Mit Niederlegung ihrer Wuͤrde konnten ſie nicht ſo leicht auch den Geſchmack an dieſer Wuͤrde, nicht ſo leicht das Vergnuͤgen am Herrſchen ablegen, das ſie zu koſten angefangen hatten. Sie wuͤnſchten alſo wieder zu werden, was ſie waren, ſie machten ſich alſo einen Anhang, ſie erregten innere Stuͤrme in der Republik. Die ſchnellere Abwechslung und die groͤßere Anzahl der Archonten machten ferner jedem angeſehenen und reichen Athenienſer Hoffnung, zum Archontat zu gelangen, eine Hoffnung, die er vorher, als nur Einer dieſe Wuͤrde bekleidete und nicht ſo bald wieder darin abgeloͤst wurde, wenig oder nicht gekannt hatte. Dieſe Hoff⸗ nung wurde endlich bei ihnen zur ungeduld, und dieſe Ungeduld fuͤhrte ſie zu gefaͤhrlichen Anſchlaͤgen. Beide alſo, ſowohl die, welche ſchon Archonten geweſen, als die, welche ſich ſehnten, es zu wer⸗ den, wurden der buͤrgerlichen Ruhe auf gleiche Art gefaͤhrlich.
Das Schlimmſte dabei war, daß die obrigkeitliche Macht, durch Vertheilung unter Mehrere, und durch ihre kurze Dauer, mehr als jemals gebrochen war. Es fehlte daher an einer ſtar⸗ ken Hand, die Factionen zu baͤndigen und die aufruͤhreriſchen Koͤpfe im Zaum zu halten. Maͤchtige und verwegene Buͤrger ſtuͤrzten den Staat in Verwirrung und ſtrebten nach Unab⸗ haͤngigkeit.
Man warf endlich, um dieſen Unruhen zu ſteuern, die Augen auf einen unbeſcholtenen und allgemein gefuͤrchteten Buͤrger, dem die Verbeſſerung der Geſetze, die bis jetzt nur in mangel⸗ haften Traditionen beſtanden, uͤbertragen ward. Drako hieß dieſer gefuͤrchtete Buͤrger— ein Mann ohne Menſchengefuͤhl, der der menſchlichen Natur nichts Gutes zutraute, alle Hand⸗ lungen bloß in dem finſtern Spiegel ſeiner eigenen truͤben
Seele ſah, und ganz ohne Schonung war fuͤr die Schwaͤchen der


