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Auf eine noch empoͤrendere Art wurde das allgemeine Men⸗ ſchengefuͤhl in Sparta ertoͤdtet, und die Seele aller Pflichten, die Achtung gegen die Gattung, ging unwiederbringlich ver⸗ loren. Ein Staatsgeſetz machte den Spartanern die Unmenſch⸗ lichkeit gegen ihre Sklaven zur Pflicht; in dieſen ungluͤcklichen Schlachtopfern wurde die Menſchheit beſchimpft und mißhandelt. In dem ſpartaniſchen Geſetzbuche ſelbſt wurde der gefaͤhrliche Grundſatz gepredigt, Menſchen als Mittel und nicht als Zwecke zu betrachten— dadurch wurden die Grundfeſten des Natur⸗ rechts und der Sittlichkeit geſetzmaͤßig eingeriſſen. Die ganze Moralitaͤt wurde preisgegeben, um etwas zu erhalten, das doch nur als ein Mittel zu dieſer Moralitaͤt einen Werth haben kann.
Kann etwas widerſprechender ſeyn, und kann ein Wider⸗ ſpruch ſchrecklichere Folgen haben, als dieſer? Nicht genug, daß Lykurgus auf den Ruin der Sittlichkeit ſeinen Staat gruͤndete, er arbeitete auf eine andere Art gegen den hoͤchſten Zweck der Menſchheit, indem er durch ſein fein durchdachtes Staatsſyſtem den Geiſt der Spartaner auf derjenigen Stufe feſt hielt, worauf er ihn fand, und auf ewig alle Fortſchritte hemmte.
Aller Kunſtfleiß war aus Sparta verbannt, alle Wiſſen⸗ ſchaften wurden vernachlaͤſſigt, aller Handelsverkehr mit frem⸗ den Voͤlkern verboten, alles Auswaͤrtige wurde ausgeſchloſſen. Dadurch wurden alle Canaͤle geſperrt, wodurch ſeiner Nation helle Begriffe zufließen konnten; in einer ewigen Einfoͤrmigkeit, in einem traurigen Egoismus ſollte ſich der ſpartaniſche Staat ewig nur um ſich ſelbſt bewegen.
Das Geſchaͤft aller ſeiner vereinigten Buͤrger war, ſich zu er⸗ halten, was ſie beſaßen, und zu bleiben, was ſie waren, nicht Neues zu erwerben, nicht auf eine hoͤhere Stufe zu ſteigen. Un⸗ erbittliche Geſetze mußten daruͤber wachen, daß keine Neuerung


