Teil eines Werkes 
10. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22 Fluctibus ignotis insultavere carinæ.

Hier wiederum neue Producte, neue Gefahren, neue Be⸗ duͤrfniſſe, neue Anſtrengungen des Geiſtes. Die Colliſion der thieriſchen Triebe ſtoͤßt Horden wider Horden, ſchmiedet das rohe Erz zum Schwert, zeugt Abenteurer, Helden und Deſpo⸗ ten. Staͤdte werden befeſtiget, Staaten errichtet, mit den Staaten entſtehen buͤrgerliche Pflichten und Rechte, Kuͤnſte, Ziffern, Geſetzbuͤcher, ſchlaue Prieſter und Goͤtter.

und nun die Beduͤrfniſſe ausgeartet in Lurus welch un⸗ ermeßliches Feld eroͤffnet ſich unſerm Auge! Jetzt werden die Adern der Erde durchwuͤhlt, jetzt wird der Grund des Meeres betreten, Handel und Wandel bluͤhen

Latet sub classibus æquor.

Der Oſt wird in Weſt, der Weſt in Oſt bewundert, die Ge⸗ burten des Auslandes gewoͤhnen ſich unter kuͤnſtlichen Himmeln, und die Gartenkunſt bringt die Producte von drei Welttheilen in Einem Garten zuſammen. Kuͤnſtler lernen der Natur ihre Werke ab, Toͤne ſchmelzen die Wilden, Schoͤnheit und Har⸗ monie veredeln Sitten und Geſchmack, und die Kunſt geleitet zu Wiſſenſchaft und Tugend hinuͤber.Der Menſch, ſagt Schloͤzer,*)dieſer maͤchtige Untergott, raͤumt Felſen aus der Bahn, graͤbt Seen ab und pfluͤget, wo man ſonſten ſchiffte. Durch Canaͤle trennt er Welttheile und Provinzen von ein⸗ ander, leitet Stroͤme zuſammen und fuͤhret ſie in Sand⸗ wuͤſten hin, die er dadurch in lachende Fluren verwandelt; er pluͤndert dreien Welttheilen ihre Producte ab und verſetzt ſie in den vierten. Selbſt Klima, Luft und Witterung ge⸗ horchen ſeiner Macht. Indem er Waͤlder ausreutet und

*) Siehe Schloͤzers Vorſtellung ſeiner Univerſalhiſtorie§. 6.