Teil eines Werkes 
10. Band (1838)
Entstehung
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zu ſeinem maͤnnlichen Alter und die Wahrheit des bisher Geſagten wird in ihrem volleſten Lichte ſtehen.

Hunger und Bloͤße haben den Menſchen zuerſt zum Jaͤger, Fiſcher, Viehhirten, Ackermann und Baumeiſter gemacht. Wolluſt ſtiſtete Familien, und Wehrloſigkeit der Einzelnen zog Horden zuſammen. Hier ſchon die erſten Wurzeln der geſelli⸗ gen Pflichten. Bald mußte der anwachſenden Menſchenmenge der Acker zu arm werden, der Hunger zerſtreute ſie in ferne Klimate und Lande, die dem forſchenden Bedurfniß ihre Pro⸗ ducte enthuͤllten, und ſie neue Naffinements ſie zu bearbeiten und ihrem ſchaͤdlichen Einfluß zu begegnen lehrten. Dieſe ein⸗ zelnen Erfahrungen gingen durch Tradition vom Großvater zum Urenkel uͤber und wurden erweitert. Man lernte die Kraͤfte der Natur wider ſie ſelbſt benutzen, man brachte ſie in neue Verhaͤltniſſe, und erfand hier ſchon die erſten Wurzeln der einfachen und heilſamen Kuͤnſte. Zwar immer nur Kunſt und Erfindung fuͤr das Wohl des Thieres, aber doch Uebung der Kraft, doch Gewinn an Kenntniß, und an eben dem Feuer, woran der rohe Naturmenſch ſeine Fiſche bratete, ſpaͤhte nachher Boerhave in die Miſchungen der Koͤrper; aus eben dem Meſſer, mit dem der Wilde ſein Wildpret zerlegte, erfand Lionet das⸗ jenige, womit er die Nerven der Inſecten aufdeckte; mit eben dem Cirkel, mit dem man anfangs nur Hufen maß, mißt Newton Himmel und Erde. So zwang der Koͤrper den Geiſt, auf die Erſcheinungen um ihn her zu achten, ſo machte er ihm die Welt intereſſant und wichtig, weil er ſie ihm unentbehrlich machte. Der Drang einer innern thaͤtigen Natur, verbunden mit der Durftigkeit der mutterlichen Gegend, lehrte unſere Stammvaͤter kuͤhner denken, und erfand ihnen ein Haus, worin ſie im Geleit der Geſtirne auf Fluͤſſen und Oceanen ſicher da⸗ hinglitten und neuen Zonen entgegenſchifften.