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„Begierden aus; ſo wie ſich der Weg verlaͤngert, auf welchem „er zu dieſen Wirkungen gelangt, ſo werden ſeine Begierden „kunſtlicher. Hier iſt die erſte Graͤnzſcheidung zwiſchen Menſch „und Thier, und hier findet ſich ſelbſt ein Unterſchied zwiſchen „einer Thierart und der andern. Bei wenig Thieren folgt die „Handlung des Freſſens unmittelbar auf die Begierde des Hun⸗ „gers; die Hitze der Jagd oder der Fleiß des Sammelns geht „vorher. Aber bei keinem Thiere erfolgt die Befriedigung der „Begierde ſo ſpaͤt auf die Anſtalten, die es zu dieſem Ende „macht, als bei dem Menſchen; bei keinem wird die Beſtrebung „des Thiers durch eine ſo lange Kette von Mitteln und Ab⸗ „ſichten fortgefuͤhrt, ehe ſie bis an dieſes letzte Glied gelangt. „Wie weit ſind die Arbeiten des Handwerksmannes oder des „Ackerbauers, wenn ſie gleich alle auf nichts weiter abzielen, „als ihm Brod oder ein Kleid zu verſchaffen, doch von dieſem „Ziele entfernt? Aber das iſt noch nicht Alles. Wenn die „Mittel der Erhaltung fuͤr den Menſchen, durch Errichtung der „Geſellſchaft, reichlicher werden; wenn er Ueberfluß fuͤr ſich „findet, zu deſſen Herbeiſchaffung er nicht ſeine ganze Zeit und „raͤfte braucht; wenn er zugleich durch die Mittheilung der „Ideen aufgeklaͤrt wird: dann faͤngt er an, einen Endzweck ſei⸗ „ner Handlung in ſich ſelbſt zu finden; dann bemerkt er, daß, „wenn er auch voͤllig ſatt, bekleidet, unter einem guten Dach, „mit allem Hausgeraͤthe verſehen iſt, doch noch fuͤr ihn etwas „zu thun uͤbrig bleibe.— Er geht noch einen Schritt weiter; „er wird gewahr, daß in dieſen Handlungen ſelbſt, wodurch „der Menſch ſich Nahrung und Bequemlichkeit verſchafft hat, „inſofern ſie aus gewiſſen Kraͤften eines Geiſtes entſtehen, „inſofern ſie dieſe Kraͤfte uͤben, ein hoͤheres Gut liege, als in „den aͤußern Endzwecken ſelbſt, die durch ſie erreicht werden. „Von dieſem Augenblick an arbeitet er zwar in Geſellſchaft mit


