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woruͤber die Menſchlichkeit ſchauert, er wird wider Willen Ver⸗ raͤther und Moͤrder, er wird Cannibal—
„Tiger! In deiner Mutterbuſen wollteſt du deine Zaͤhne
ſetzen?“ So heftig wirket die thieriſche Fuͤhlung auf den Geiſt. So wachſam hat der Schoͤpfer fuͤr die Erhaltung der Maſchine ge⸗ ſorgt, die Pfeiler, auf denen ſie ruht, ſind die feſteſten, und die Erfahrung hat gelehrt, daß mehr das Uebermaß, als der Mangel der thieriſchen Empfindung verdorben hat.
Thieriſche Empfindungen befeſtigen alſo den Wohlſtand der thieriſchen Natur, ſo wie die moraliſchen und intellectuellen den Wohlſtand der geiſtigen oder die Vollkommenheit. Das Syſtem thieriſcher Empfindungen und Bewegungen erſchoͤpft den Begriff der thieriſchen Natur. Dieſe iſt der Grund, auf dem die Beſchaffenheit der Seelenwerkzeuge beruht, und die Beſchaffenheit dieſer letztern beſtimmt die Leichtigkeit und Fort⸗ dauer der Seelenthaͤtigkeit ſelbſt. Hier alſo iſt ſchon das erſte Glied des Zuſammenhangs der beiden Naturen.
§. 6.
Entwürfe wider den Zuſammenhang der beiden Naturen aus der Moral.
Aber man wird dieſes einraͤumen und weiter ſagen: hier endet ſich auch die Beſtimmung des Koͤrpers. Ueber dieſe hinaus iſt er ein traͤger Gefaͤhrte der Seele, mit dem ſie ewig zu kaͤmpfen hat, deſſen Beduͤrfniſſe ihr alle Muße zum Denken rauben, deſſen Anfechtungen den Faden der vertiefteſten Spe⸗ culation zerreißen und den Geiſt von ſeinen deutlichſten und hellſten Begriffen in ſinnliche Verworrenheit ſtuͤrzen; deſſen Luͤſte den groͤßten Theil unſerer Mitgeſchoͤpfe von ihrem hohen


