Teil eines Werkes 
10. Band (1838)
Entstehung
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Harvey, Boerhave und Haller nach einer fuͤnfzigjaͤhrigen Unter⸗ ſuchung noch Anfaͤnger geblieben ſind? Die Seele konnte alſo ſchlechterdings keine Idee von dem Zuſtand haben, den ſie veraͤndern ſoll. Wie wird ſie ihn erfahren, wie wird ſie in Thaͤtigkeit kommen?

§. 5. Thieriſche Empfindungen.

Noch kennen wir keine andern Empfindungen als ſolche, die aus einer vorgaͤngigen Operation des Verſtandes entſpringen; aber jetzt ſollen Empfindungen entſtehen, bei denen der Ver⸗ ſtand ganz exuliren muß. Dieſe Empfindungen ſollen die gegen⸗ waͤrtige Beſchaffenheit meiner Werkzeuge wo nicht ausdruͤcken, doch gleichſam ſpecifiſch bezeichnen, oder beſſer, begleiten. Dieſe Empfindungen ſollen den Willen raſch und lebhaft zu Abſcheu oder Begierde beſtimmen, dieſe Empfindungen ſollen aber doch nur auf der Oberflaͤche der Seele ſchweben und niemals in das Gebiet der Vernunft reichen. Was alſo bei der geiſtigen Em⸗ Pfindund das Denken gethan hat, das thut hier diejenige

Modification in den thieriſchen Theilen, die entweder ihre Aufloͤſung droht, oder ihre Fortdauer ſichert, das heißt, mit demjenigen Zuſtand der Maſchine, der ihren Flor befeſtiget, iſt eine angenehme, und im Gegentheil mit demjenigen, der ihren Wohlſtand untergraͤbt und ihren Ruin beſchleunigt, eine ſchmerz⸗ hafte Ruͤhrung der Seele durch ein ewiges Geſetz der Weisheit verbunden, und ſo, daß die Empfindung ſelbſt nicht die ge ringſte Aehnlichkeit mit der Beſchaffenheit der Organe hat, die ſie bezeichnet. So entſtehen thieriſche Empfindungen. Thieri⸗ ſche Empfindungen haben demnach einen zweifachen Grund: