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Aber Gronsfeld war nicht glucklicher als Tilly, der an eben dieſem Poſten für Bayerns Rettung ſein Leben hin⸗ geopfert hatte. Wrangel und Turenne waͤhlten dieſelbe Stelle zum Uebergang, welche durch den Sieg Guſtav Adolphs bezeichnet war, und vollendeten ihn mit Hulfe des⸗ ſelben Vortheils, welcher jenen begünſtigt hatte. Jetzt wurde Bayern aufs neue uͤberſchwemmt, und der Bruch des Still⸗ ſtandes durch die grauſamſte Behandlung des bayperiſchen Unterthans geahndet. Maximilian verkroch ſich in Salz⸗ burg, indem die Schweden über die Jſar ſetzten und bis an den Inn vordrangen. Ein anhaltender ſtarker Regen, der dieſen nicht ſehr betraͤchtlichen Fluß in wenigen Tagen in einen reißenden Strom verwandelte, rettete Oeſterreich noch einmal aus der drohenden Gefahr. Zehnmal verſuchte der Feind, eine Schiffbrücke uͤber den Inn zu ſchlagen, und zehnmal vernichtete ſie der Strom. Nie im ganzen Kriege war das Schrecken der Katholiſchen ſo groß geweſen als jetzt, da die Feinde mitten in Bayern ſtanden und kein General mehr vorhanden war, den man einem Turenne, Wrangel und Königsmark gegenüber ſtellen durfte. Endlich erſchien der tapfere Held Piccolomini aus den Niederlanden, den ſchwachen Reſt der kaiſerlichen Heere anzuführen. Die Alliirten hatten durch ihre Verwüſtungen in Bayern ſich ſelbſt den längern Aufenthalt in dieſem Lande erſchwert, und der Mangel nöthigte ſie, ihren Rückzug nach der Oberpfalz zu nehmen, wo die Friedenspoſt ihre Thaͤtigkeit endigt.
Mit ſeinem fliegenden Corps hatte ſich Koͤnigsmark nach Boͤhmen gewendet, wo Ernſt Odowalsky, ein abgedankter Rittmeiſter, der im kaiſerlichen Dienſt zum Krüppel geſchoſſen und dann ohne Genugthuung verabſchiedet ward, ihm einen Plan angab, die kleine Seite von Prag zu uberrumpeln.


