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was ihn antrieb, Heſſen zum Schauplatz ſeiner Verwüſtung zu erwaͤhlen, ſo befriedigte er dieſe Luſt auf das ſchrecklichſte. Heſſen blutete unter ſeiner Geißel, und das Elend dieſes ſo hart mitgenommenen Landes wurde durch ihn aufs Aeußerſte getrieben. Aber bald hatte er Urſache zu bereuen, daß ihn bei der Wahl der Quartiere die Rachgier ſtatt der Klugheit ge⸗ leitet hatte. In dem verarmten Heſſen druͤckte der außerſte Mangel die Armee, waͤhrend daß Wrangel in Lüneburg friſche Kraͤfte ſammelte und ſeine Regimenter beritten machte. Viel zu ſchwach, ſeine ſchlechten Quartiere zu behaupten, als der ſchwediſche General im Winter des 1648ſten Jahres den Feldzug eröffnete und gegen Heſſen anrückte, mußte er mit Schanden entweichen und an den Ufern der Donau ſeine Ret⸗ tung ſuchen.
Frankreich hatte die Erwartungen der Schweden aufs neue getäuſcht, und die Armee des Turenne, aller Aufforderun⸗ gen Wrangels ungeachtet, am Rheinſtrom zurückgehalten. Der ſchwediſche Heerführer hatte ſich dadurch gerächt, daß er die Weimariſche Reiterei an ſich zog, die dem franzöſiſchen Dienſt entſagte, durch eben dieſen Schritt aber der Eiferſucht Frankreichs neue Nahrung gegeben. Endlich erhielt Turenne die Erlaubniß, zu den Schweden zu ſtoßen, und nun wurde von beiden vereinigten Armeen der letzte Feldzug in dieſem Kriege eröffnet. Sie trieben Melandern bis an die Donau vor ſich her, warfen Lebensmittel in Eger, das von den Kaiſer⸗ lichen belagert war, und ſchlugen jenſeits der Donau das kaiſerlich⸗bayeriſche Heer, das bei Zusmarshauſen ſich ihnen entgegenſtellte. Melander erhielt in dieſer Action eine
tödtliche Wunde, und der bayeriſche General von Gronsfeld poſtirte ſich mit der üͤbrigen Armee jenſeits des Lechſtroms, um Bayern vor einem feindlichen Einbruche zu ſchützen.


