Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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Namen befehligt habe. Zum Glück entdeckte Marimilian das angeſponnene Comp'ot noch zeitig genug, um durch ſchnelle und zweckmäßige Anſtalten der Au⸗führung desſelben zuvor zu kommen.

Der unwuͤrdige Schritt des Kaiſers hatte ihn zu Repreſſaien berechtigt; aber Maximilian war ein zu grauer Staats⸗ mann, um, wo die Klugheit allein ſprechen durfte, die Leiden⸗ ſchaft zu hören. Er hatte von dem Waffenſtillſtand die Vor⸗ theile nicht geerntet, die er ſich davon verſprochen hatte. Weit entfernt, zu der Beſchleunigung des allgemeinen Friedens bei⸗ zutragen, hatte dieſer einſeitige Stillſtand vielmehr den Ne⸗ gociationen zu Munſter und Osnabrück eine ſchaͤdliche Wendung gegeben und die Alliirten in ihren Forderungen dreiſter gemacht. Die Franzoſen und Schweden waren au Bayern entfernt worden; aber durch den Verluſt der Quartiere im ſchwabiſchen Kreiſe ſah er ſich nun ſelbſt dahin gebracht, mit ſeinen Truppen ſein eignes Land auszuſaugen, wenn er ſich nicht entſchließen wollte, ſie ganz und gar abzudanken, und in dieſer Zeit des Fauſtrechts unbeſonnen Schwert und Schild wegzulegen. Ehe er eins dieſer beiden gewiſſen Uebel erwählte, entſchloß er ſich lieber zu einem dritten, das zum wenigſten noch ungewiß war, den Stillſtand aufzukündigen und aufs neue zu den Waffen zu greifen.

Sein Entſchluß und die ſchnelle Hülfe, die er dem Kaiſer nach Böhmen ſchickte, drohte den Schweden höͤchſt verderblich zu werden, und Wrangel mußte ſich aufs eilfertigſte aus Böhmen zurückziehen. Er ging durch Thüringen nach Weſt⸗ phalen und Lüneburg, um die franzöſiſche Armee unter Turenne an ſich zu ziehen, und unter Melander und Gronsfeld folgte ihm die kaiſerlich⸗bayeriſche Armee bis an den Weſerſtrom. Sein Untergang war unvermeidlich, wenn

Schillers ſaͤmmtl. Werke. IX. 32