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ſetze vorzuſchreiben. Auch fehlte wenig, daß ihre Geſandten nicht im erſten Zorn den Congreß verließen, und um ſie zu⸗ ruckzuhalten, mußten die Franzoſen zu Drohungen ihre Zu⸗ flucht nehmen.
Nachdem es dem guten Willen des Kurfürſten von Bayern auf dieſe Weiſe mißlungen war, den Kaiſer mit in den Still⸗ ſtand einzuſchließen, ſo hielt er ſich nunmehr für berechtigt, für ſich ſelbſt zu ſorgen. So theuer auch der Preis war, um welchen man ihn den Stillſtand erkaufen ließ, ſo bedachte er ſich doch nicht lange, denſelben einzugehen. Er überließ den Schweden, ihre Quartiere in Franken und Schwaben aus⸗ zubreiten, und war zufrieden, die ſeinigen auf Bayern und auf die pfälziſchen Lande einzuſchränken. Was er in Schwaben erobert hatte, mußte den Alliirten geraumt werden, die ihm ihrerſeits, was ſie von Bayern inne hatten, wieder auslieferten. Inden Stillſtand war auch Köln und Heſſen⸗Kaſſel eingeſchloſſen. Nach Abſchließung dieſes Tractats, am 14 März 1697, ver⸗
ließen die Franzoſen und Schweden Bayern, und wäͤhlten ſich,
um ſich ſelbſt nicht im Wege zu ſtehen, verſchiedene Quartiere, jene im Herzogthum Würtemberg, dieſe in Oberſchwaben, in der Naͤhe des Bodenſees. An dem außerſten nördlichen Ende dieſes Sees und Schwabens ſüdlichſter Spitze trotzte die öſter⸗ reichiſche Stadt Bregenz durch ihren engen und ſteilen Paß jedem feindlichen Anfall, und aus der ganzen umliegenden Gegend hatte man ſeine Güter und Perſonen in dieſe natürliche Feſtung geflüchtet. Die reiche Beute, die der aufgehäaufte Vorrath darin erwarten ließ, und der Vortheil, einen Paß gegen Tyrol, die Schweiz und Italien zu beſitzen, reizte den ſchwediſchen General, einen Angriff auf dieſe fur unüberwindlich gehaltene Clauſe und die Stadt ſelbſt zu verſuchen. Beides gelang ihm, des Widerſtands der Landleute ungeachtet, die, ſechstauſend an


