Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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Kaiſer im ganzen Deutſchland keinen Verfechter mehr, und ſchutzlos ſtand er da, der Willkür der Kronen preisgegeben.

Ferdinand der Dritte erkannte die Gefahr, worin er ſchwebte, und ließ kein Mittel unverſucht, ſie abzuwenden. Aber man hatte dem Kurfürſten von Bayern die nachtheilige Meinung beigebracht, daß nur die Spanier dem Frieden ent⸗ gegen ſtänden, und daß bloß ſpaniſcher Einfluß den Kaiſer vermöge, ſich gegen den Stillſtand der Waffen zu erklären: Maximilian aber haßte die Spanier und hatte es ihnen nie vergeben, daß ſie ihm bei ſeiner Bewerbung um die pfälziſche Kur entgegen geweſen waren. Und dieſer feindſeligen Macht zu gefallen ſollte er jetzt ſein Volk aufgeopfert, ſeine Lande verwüſtet, ſich ſelbſt zu Grunde gerichtet ſehen, da er ſich durch einen Stillſtand aus allen Bedraͤngniſſen reißen, ſeinem Volke die ſo nöthige Erholung verſchaffen und durch dieſes Mittel zugleich den allgemeinen Frieden vielleicht beſchleunigen konnte? Jede Bedenklichkeit verſchwand, und, von der Noth⸗ wendigkeit dieſes Schrittes überzeugt, glaubte er ſeinen Pflich⸗ ten gegen den Kaiſer genug zu thun, wenn er auch ihn der Wohlthat des Waffenſtillſtandes theilhaftig machte.

Zu Ulm verſammelten ſich die Deputirten der drei Kronen und Bayerns, um die Bedingungen des Stillſtands in Richtig⸗ keit zu bringen. Aus der Inſtruction der öſterreichiſchen Abgeſandten ergab ſich aber bald, daß der Kaiſer den Congreß nicht beſchickt hatte, um die Abſchließung desſelben zu befördern, ſondern vielmehr, um ſie rückgängig zu machen. Es kam darauf an, die Schweden, die im Vortheile waren und von der Fortſetzung des Kriegs mehr zu hoffen als zu fürchten hatten, für den Stillſtand zu gewinnen, nicht ihnen denſelben durch harte Bedingungen zu erſchweren. Sie waren ja die Sieger; und doch maßte der Kaiſer ſich an, ihnen Ge⸗