Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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ſeinen Truppen überſchwemmt und taͤglich fürchtet man ſeine Vereinigung mit den Schweden. Johann Georg von Sachſen, durch die ſchwediſchen Einquartierungen in ſeinem Lande aufs Aeußerſte gebracht, hülflos gelaſſen von dem Kaiſer, der ſich nach dem Jankauiſchen Treffen ſelbſt nicht beſchützen kann, ergreift endlich das letzte und einzige Rettungsmittel, einen Stillſtand mit den Schweden zu ſchließen, der von Jahr zu Jahr bis zum allgemeinen Frieden verlängert wird. Der Kaiſer verliert einen Freund, indem an den Thoren ſeines Reichs ein neuer Feind gegen ihn aufſteht, indem ſeine Kriegs⸗ heere ſchmelzen und ſeine Bundesgenoſſen an andern Enden Deutſchlands geſchlagen werden. Denn auch die franzöſiſche Armee hatte den Schimpf der Tuttlinger Niederlage durch einen glänzenden Feldzug wieder ausgelöſcht, und die ganze Macht Bayerns am Rhein und in Schwaben beſchäftigt. Mit neuen Truppen aus Frankreich verſtärkt, die der große und jetzt ſchon durch ſeine Siege in Italien verherrlichte Turenne dem Herzog von Enghien zuführte, erſchienen ſie am 3 Auguſt 1644 vor Freiburg, welches Mercy kurz vorher erobert hatte, und mit ſeiner ganzen, aufs beſte verſchanzten Armee bedeckte. Das Ungeſtüm der franzöſiſchen Tapferkeit ſcheiterte zwar an der Standhaftigkeit der Bayern, und der Herzog von Enghien mußte ſich zum Rückzug entſchließen, nachdem er bei ſechs⸗ tauſend ſeiner Leute umſonſt hingeſchlachtet hatte. Mazarin vergoß Thraͤnen über dieſen großen Verluſt, den aber der herz⸗ loſe, für den Ruhm allein empfindliche Condé nicht achtete. Eine einzige Nacht in Paris, hörte man ihn ſagen, gibt mehr Menſchen das Leben, als dieſe Action getödtet hat. Indeſſen hatte doch dieſe moͤrderiſche Schlacht die Bayern ſo ſehr entkraftet, daß ſie, weit entfernt, das bedräͤngte Oeſterreich zu entſetzen, nicht einmal die Rheinufer vertheidigen konnten.